Monatsarchiv: Juni 2010

Einmietbetrüger – Wie sich Verwalter und Vermieter schützen können – zugleich 10 Tipps des IVD für Immobilienmakler

 
Einmietbetrüger – so genannte Mietnomaden – hinterlassen hohe Mietschulden und oftmals eine verwüstete Wohnung. Für private Kleinvermieter kann dies schnell zur Existenzbedrohung werden. „Mietnomaden sind der Schrecken aller Vermieter. Die Mietschulden können bis zu 25.000 Euro und mehr betragen“, sagt Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des Immobilienverbands IVD. Doch Mietnomaden seien schwer zu erkennen. Beim Besichtigungstermin würden Sie einen sehr seriösen Eindruck machen. „Zu Beginn des Mietverhältnisses bleiben die Mietzahlungen dann bereits häufig aus. Oftmals wird auch die Mietkaution nicht gezahlt“, berichtet Schick. Insbesondere Kleinvermieter seien jedoch auf die Mietzahlung zur Sicherung ihres Lebensunterhalts dringend angewiesen. Daher habe der IVD gemeinsam mit der Kanzlei bethgeundpartner | immobilienanwälte aus Hannover Tipps gegen Mietnomaden und zur Verringerung von Schäden durch zahlungsunfähige Mieter erarbeitet. „Wir möchten Vermietern Ratschläge für den Umgang mit zahlungsunwilligen oder zahlungsunfähigen Mietern an die Hand geben. Wer die Hinweise berücksichtigt, kann das Risiko, einen Schaden zugefügt zu bekommen zumindest verringern“, so Schick.
10 Tipps für Vermieter und Verwalter – Handlungsoptionen nach der geltenden Rechtslage
1. Informationen über den Mieter einholen
Bereits vor Abschluss des Mietvertrages sollten Informationen über den zukünftigen Mieter eingeholt werden. In Betracht kommen Auskünfte aus der Schufa, oder mittels eines Fragebogens über persönliche Angaben des Mieters. Sehr sinnvoll sind auch Auskünfte durch den ehemaligen Vermieter. IVD Immobilienverwalter haben verschiedene Kooperationspartner zur Auswahl, die Wirtschafts-Auskünfte erteilen. Sie gehen mit diesen Auskünften verantwortungsvoll um und vermeiden Missbrauch bei der Einholung von Auskünften. Nach der Neuregelung der gesetzlichen Grundlagen können auch Mieter selbst eine Auskunft von der Schufa erlangen und diese ihrem Vermieter bzw. dem Verwalter vorlegen.
2. Fälligkeit der ersten Miete vor Übergabe der Wohnung
Die Fälligkeit der ersten Mietzahlung kann bereits für einen Zeitpunkt vor Übergabe der Wohnung vereinbart werden. Wird diese Miete nicht gezahlt, braucht der Vermieter die Wohnung nicht zu übergeben.
3. Rechtzeitig abmahnen
Bei verspäteten oder ausbleibenden Mietzahlungen sollte der Vermieter den Mieter nicht nur mahnen, sondern auch zeitnah abmahnen. Bereits bei der ersten verspäteten Zahlung kann eine Kündigung für den Fall angedroht werden, dass der Mieter künftig nicht pünktlich zahlt. Eine im Wiederholungsfall ausgesprochene Kündigung wird auch durch vollständige Nachzahlung der Mietrückstände nicht unwirksam.
4. Schneller und richtig kündigen
Die fristlose Kündigung kann bereits erfolgen, wenn der Mieter über längere Zeiträume in Verzug ist und die Beträge zwei Monatsmieten erreichen. Weitgehend unbekannt ist aber, dass eine Kündigung auch schon dann möglich ist, wenn der Mieter in zwei aufeinander folgenden Monaten mit einem Betrag von etwas mehr als einer Monatsmiete in Verzug ist. Das bedeutet: in diesem Fall muss der Vermieter nicht 2 Monate warten sondern nur bis zum Beginn des zweiten Monats. Hier können Vermieter und Verwalter also bereits erheblich Zeit sparen. Die fristlose Kündigung sollte immer auch mit einer ordentlichen Kündigung verbunden werden. Durch Zahlungsausgleich wird zwar die fristlose Kündigung unwirksam, nicht jedoch die ordentliche. Hier kommt es auf die präzise Formulierung der Kündigung an.
5. Gespräche und Vereinbarungen mit dem Mieter
Der Vermieter sollte bei Zahlungsverzug zunächst einmal immer das Gespräch mit dem Mieter suchen, um rechtzeitig Lösungsansätze zu finden und die Fronten nicht unnötig zu verhärten. Möglicherweise kann eine einvernehmliche Zahlungsvereinbarung getroffen werden. Die professionell-gewerblichen Vermieter haben mit der vorbeugenden Arbeit mit Mietern bei Zahlungsverzug sehr gute Erfahrungen gemacht und konnten die Zahlungsrückstände dadurch deutlich verringern. Auch den eigenen Anwalt sollte der Vermieter zunächst zum Gesprächskontakt mit dem Mieter und seinem Anwalt veranlassen. Eine vergleichsweise Regelung – auch noch im Gerichtsverfahren – ist immer schneller und häufig auch kostengünstiger als ein Räumungsprozess mit anschließenden Vollstreckungsmaßnahmen.
6. Mietkaution gegen Mietnomaden
Gesetzlich geregelt ist, dass die Mietkaution durch den Mieter in drei Raten erbracht werden kann. Allerdings kann ein Vermieter die Übergabe der Kaution vorverlegen, wenn die gesamte Kaution durch eine Bürgschaft bezahlt wird. Statt einer Barkaution können Vermieter und Verwalter mit dem Mieter auch die moderne Form der Hinterlegung der Mietkaution durch eine Bürgschaft oder Versicherung vereinbaren. Dies hat für den Mieter den Vorteil, dass er keine Barmittel für die Kaution binden muss. Der Vermieter erhält sofort vor Übergabe der Wohnung die volle Kaution. Im IVD organisierte Verwalter haben die Möglichkeit, auf das Angebot eines Kooperationspartners wie der Eurokaution (ww.eurokaution.de) zurückzugreifen; hier erfolgt zusätzlich eine unabhängige Bonitätsprüfung der Mieter. Der Vermieter kann also doppelte Sicherheit und somit eine gute Vorbeugung gegen Mietnomaden erhalten.
7. Berliner Räumung
Muss eine Räumung im Wege der Zwangsvollstreckung durchgesetzt werden, kann das Modell der sog. „Berliner Räumung“ gewählt werden. Hierbei wird der Vermieter als Eigentümer der Wohnung durch den Gerichtsvollzieher in den Besitz eingewiesen und sorgt dann selbst für die Räumung der Wohnung. Auf diesem Weg können Kosten gespart und das Verfahren erheblich beschleunigt werden. Durch die Rechtsprechung ist dieser Weg der Räumung für zulässig erklärt worden.
8. Urkundenprozess
Macht der Mieter keine Mietminderung geltend, kann im Urkundsprozess eine schnelle Titulierung von Mietforderungen erwirkt werden, zumal der Mieter dann meistens nicht in das Nachverfahren übergeht.
9. Räumungsfrist nur bei Zahlung laufenden Miete
Im Räumungsprozess sollte zur Vermeidung einer langen Räumungsfrist auf den Beschluss des OLG Stuttgart 13 U 89/06 vom 07. Juli 2006 hingewiesen werden. Danach ist die Gewährung einer Räumungsfrist unzumutbar, wenn die Zahlung der laufenden Miete für die Dauer der Räumungsfristen nicht gewährleistet ist.
10. Direkter Transfer der Miete an Vermieter bei Empfängern von staatlichen Leistungen
Bei der Verwendung von Leistungen des Sozialamtes für Unterkunft und Heizung durch den Leistungsberechtigten, kann vereinbart werden, dass die Miete direkt an den Vermieter gezahlt wird. Auch die Kaution kann vom Sozialamt übernommen werden. Dies sollte vor Abschluss des Mietvertrages angesprochen und vereinbart werden.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Immobilienrecht, Praxis-Tipp

IMMO IDEE 2010 verliehen – Marketingpreis mit Sonderpreis Social Media

Gewinnerin der „Goldenen Immo Idee 2010“ ist die Immobilienmaklerin Bärbel Bahr, Geschäftsführerin des Böblinger Unternehmens „Immobilienservice Bärbel Bahr“. Mit dem Preis für Immobilienwerbung und -kommunikation, den das AIZ-Immobilienmagazin und Immonet.de in diesem Jahr zum vierten Mal ausgelobt haben, werden Einfallsreichtum und Experimentierfreude im täglichen Wettbewerb um die Aufmerksamkeit potenzieller und bestehender Kunden prämiert. Der Pokal, eine Glühbirne in einem Glaskubus als Sinnbild für den Geistesblitz, wurde Bärbel Bahr im Rahmen des IVD-Immobilientages in Mainz überreicht. Die Gewinnerin überzeugte die Jury mit dem von ihr initiierten Partnernetzwerk „BBotschaft für Immobilien“, dem derzeit 42 Partner aus den Bereichen Immobilien, Finanzen und Wohnen angehören.
Die „Silberne Immo Idee 2010“ ging an Jürgen Schorn, geschäftsführender Gesellschafter der Bauwerk Capital GmbH & Co. KG in München für das Marketing- und Service-Konzept „Wohnen auf Probe im neuen Zuhause“. Wenn man ein Auto Probe fährt, bevor man es kauft, warum sollte man dann nicht auch Wohnungen ausprobieren dürfen? Dies fragte sich Jürgen Schorn und entwickelte die Idee des Probewohnens: Interessenten, die sich bereits in einer früheren Bauphase mit dem Projekt L10 in der Münchener Lilienstraße beschäftigt hatten, sollten sich „am lebenden Objekt“ einen Eindruck von der Bau- und Wohnqualität der Wohnungen machen können.
Als Gewinner der „Bronzenen Immo Idee 2010“ ging Käte Behrens-Jørgensen hervor. Die Geschäftsführerin von TLi Toplage Immobilien in Kiel hatte sich mit ihrer Initiative „1. Kinderschutzbund Open“ beworben – einen Golfturnier im Golfclub Altenhof, bei dem das Startgeld sowie der Erlös der Tombola an den Kieler Ortsverband des Kinderschutzbundes abgeführt wurden.
Erstmals in diesem Jahr wurden zwei Immo Idee-Sonderpreise verliehen: Der Sonderpreis Social Media ging an Tobias Geipel von der TG Immobilien GmbH in Bad Orb für sein Social Media Konzept „Das virtuelle Expertengebiet“. Mit seinen Aktivitäten bei Twitter, Xing, Youtube, Facebook & Co. tritt er den Beweis an, was ein Makler alles bewirken kann, wenn er sich die Sozialen Netzwerke systematisch zunutze macht: Die Bindung von Bestandskunden an den Makler wird durch Transparenz und Präsenz erheblich verstärkt, die Neukundengewinnung wird vereinfacht und das alles bei einem sehr geringen Kostenaufwand. Dieser Vorreiter-Leistung trug die Jury mit der Verleihung der Immo Idee 2010 Sonderpreis Social Media Rechnung.

Mit dem Sonderpreis Agentur/Dienstleistung wurden Jan Sprengnetter und Kerstin Nell von der Sprengnetter Immobilienbewertung GmbH in Sinzig ausgezeichnet. Mit dem Servicepaket Energieausweis versetzen sie Immobilienmakler, die in der Regel nicht berechtigt sind, Energieausweise auszustellen, in die Lage, ihren Kunden diese Dienstleistung dennoch anzubieten. Der Makler erfasst vor Ort die Gebäude- und Verbrauchsdaten und gibt sie in ein Online-Software-System ein. Ein qualifizierter Energieberater prüft diese Daten auf ihre Plausibilität, erstellt einen Energieausweis und unterbreitet Vorschläge für eine wirtschaftlich sinnvolle Modernisierung. Unter dem Strich erhält der Kunde den Energieausweis dann doch aus der Hand des Maklers seines Vertrauens. „Eine innovative Prozesslösung, die nicht nur der Berufsgruppe der Makler einen großen und guten Dienst erweist, sondern auch deren Kunden“, lautete das Urteil der Jury

Die Ausschreibung für die Immo Idee 2011 startet im Dezember.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Immobilienmarketing

Standesregeln des IVD für Immobilienmakler verschärft

Der Immobilienverband IVD hat die Regeln zur Berufsausübung der Immobilienmakler für seine Mitglieder verschärft. Auf dem Deutschen Immobilientag des IVD hat die Mitgliederversammlung der Neufassung der Standesregeln des Verbandes zugestimmt. „Die Standesregeln des IVD sind ein wichtiger Bestandteil der Regeln für den Umgang von Immobilienmaklern untereinander und mit ihren Kunden“, sagt Jürgen Michael Schick, Vizepräsident und Pressesprecher des Immobilienverbands IVD. „Die Standesregeln dienen deshalb aktiv dem Schutz von Verbrauchern. Der IVD setzt damit seinen konsequenten Weg für den Schutz der Interessen von Verbrauchern bei Immobiliengeschäften fort“, so Schick.

Mit den Standesregeln schließt der IVD die Lücke, die der Gesetzgeber bei der Berufsausübung von Immobilienmaklern hinterlässt. „Die tatsächliche Aufsicht über das Geschäftsgebaren der Immobilienmakler hat der Gesetzgeber weitgehend aus der Hand gegeben. Immer wieder wird seitens der Politik betont, dass hier der Immobilienverband IVD als einziger bundesweiter Verband der Immobilienmakler und weiteren Berufe in der Immobilienwirtschaft eine wichtige Rolle einnimmt“, fasst IVD-Präsident Jens-Ulrich Kießling die Erwartungen an den IVD zusammen. „Der IVD hat daher mit den Standesregeln, den Wettbewerbsregeln und den Geschäftsgebräuchen für Gemeinschaftsgeschäfte ein enges Korsett an Verhaltensregeln für seine Mitglieder aufgestellt“, so Kießling weiter. „Kern unseres Anliegens ist es, dass das Fehlverhalten von Immobilienmaklern bei der Vermittlung von Immobilien durch den Verband geahndet werden kann.“ Der Verband habe Instrumentarien, die vom Verweis bis zum Ausschluss des Mitgliedes
reichen. Im Interesse aller Mitglieder und des gesamten Berufsstandes der Immobilienmakler nehme der IVD hier seine Verantwortung als Markt-Korrektiv wahr. „Die Regeln, die der IVD zur Kontrolle des Verhaltens seiner Mitglieder setzt, sind in anderen Ländern unter dem auch bei uns ge-bräuchlichen Begriff des Code of Ethics bekannt“, ergänzt der IVD-Präsident. 

In den Standesregeln sind die Vorschriften zur Durchführung von Aufträgen, zur Bewerbung von Immobilienangeboten, bei der Beendigung von Makler-Aufträgen und zum Umgang unter Immobilienmaklern zusammengefasst. „Die Standesregeln greifen dann ein, wenn der Gesetzgeber beispielsweise die Frage nach dem Vorliegen eines konkreten Auftrags vor Tätigwerden des Immobilienmaklers nicht geregelt hat. Der IVD hat in seinen Standesregeln festgelegt, dass ein konkreter Auftrag bestehen muss, damit ein Mitglied des IVD eine Immobilie aktiv am Markt anbieten darf“, erläutert Jürgen Michael Schick. „Dem IVD geht es darum, den Umgang mit den Verbrauchern einwandfrei zu regeln und den Umgang der Immobilienmakler untereinander genauer zu erfassen. Deshalb haben wir mit der Neufassung der Standesregeln verschiedene Beispiele aufgenommen, die aus Sicht des IVD ein nicht einwandfreies Verhalten von Immobilienmaklern darstellen. Diese Fälle wollen wir zukünftig durch unser Schiedsgericht noch besser
ahnden können“, so Schick.

Nach den neuen Standesregeln ist es im Besonderen standeswidrig,
 
  • ohne unmittelbar tätigen Maklerauftrag tätig zu werden
  • Immobilienangebote und Immobiliendaten von Kollegen ohne Einwilligung des Eigentümers oder des anbietenden Immobilienmaklers zur eigenen Nutzung zu übernehmen und/oder Informationen über eine Immobilie für eigene Immobilienangebote zu verwenden, die ohne ausdrücklichen Auftrag des Eigentümers/Immobilienmaklers (z.B. als Ergebnis einer Kaltakquisition) erlangt worden sind
  • aktive Werbung für eine Immobilie nach Beendigung des Maklervertrags fortzusetzen, wenn ein Makleranschlussvertrag zwischen dem Eigentümer/Verfügungsberechtigten mit einem anderen Maklerkollegen bereits rechtswirksam zustande gekommen ist; ausgenommen bleiben nachvertragliche Betreeung von nachgewiesenen Interesenten sowie fortbestehender allgemeiner Auftrag des Eigentümers/Verfügungsberechtigten zur Vermittlung der Immobilie

Die Mitgliederversammlung des Immobilienverbandes IVD, die Mitte Juni in Mainz getagt hat, hat die verschärften Standesregeln einstimmig verabschiedet.

5 Kommentare

Eingeordnet unter Praxis-Tipp

Existenzgründerbörse an der EIA erfolgreich beendet

An der Europäischen Immobilien Akademie in Saarbrücken ist die erste Existenzgründerbörse erfolgreich zu Ende gegangen. Ca. 75 Teilnehmer fanden sich in den Räumen der EIA ein. Eröffnet wurde die Existenzgründerbörse vom saarländischen Wirtschaftsminister Dr. Chrtistoph Hartmann. Dr. Hartmann betonte die Bedeutung der Existenzgründer für den funktionierenden Mittelstand. Für das Saarland sieht er aktuell ein Defizit von ca. 7.000 Existenzgründungen. Deshalb unterstütze das Wirtschaftsministerium des Saarlandes die Veranstaltung an der EIA und habe sein Haus die Schirmherrschaft für die Existenzgründerbörse übernommen. Im Saarland sei das SOG-Netzwerk gegründet worden, um Gründungen erfolgreich zu begleiten.

Umfrage zur Existenzgründung von Immobilienmaklern

In einer Umfrage hat die EIA ermittelt, dass 30 % der Existenzgründer bereits ihre Tätigkeit begonnen haben und für ca. 70 % die Gründung noch bevorsteht. Etwa 54 % hätten einen Businessplan geschrieben. Weniger als 27 % der Existenzgründer haben vor der Gründung Erfahrungen in einem anderen Immobilienbüro gesammelt. 73 % der Existenzgründer bezeichnen sich als branchenfremd. 4 % haben ein Gründercoaching in Anspruch genommen, weltere 27 % würden ein solches Coaching planen. 80 % der angehenden Immobilienmakler gründen ihr neues Unternehmen allein, während ca. 20 % eine Gründung mit einem Partner/Partnerin planen. 58 % der Gründer haben bereits einen Lehrgang für Immobilienmakler besucht oder planen dies.

Gründercoaching

In den insgesamt fünf Diskussionsrunden des Tages haben Existenzgründer ihre Erfahrungen an die angehenden Kollegen weiter gegeben. Diese Diskussionsrunden wurden von Michael Friedrich und Sven Johns, IVD, moderiert. Der große Nutzen der Veranstaltung lag für die Existenzgründer an der Vermittlung dieser direkten Eindrücke. Welche Fehler können vermieden werden? Wie sieht es mit der Finanzierung aus? Ab wann macht ein Existenzgründer den ersten Umsatz? Woher kommt der erste Auftrag? Das waren die am häufigsten diskutierten Fragen. Harald Wachter, Gründercoach, hat darüber informiert, wie ein Gründercoaching abläuft und wie der Antrag für ein Coaching gestellt wird. Für alle Existenzgründer, die zugleich einen Gründungszuschuss von der Arbeitsagentur erhalten, erfolgt eine Förderung der Coachingkosten von 90 %. Für fünf  Beratungstage wird ein Zuschuss von 3.600,- € von der KfW bezahlt. Der Existenzgründer trägt einen Eigenanteil von 400,- € für dieses Coaching.

Businessplan

Die Erstellung eines Businessplans wurde auf der Existenzgründerbörse viel diskutiert. Allen Gründern ist dringend zu empfehlen, einen solchen Businessplan zu erstellen. Das hat auch Dr. Pitz von der IHK Saarbrücken in seinem Vortrag betont. In dem Plan wird das Vorhanden erläutert, vor allem aber werden eine Umsatz-, Rentabilitäts- und Liquiditätsvorschau betrieben. Auch Christoph Farke, der als Gründer seine Erfahrungen vermittelt hat, hat einen Businessplan für das von ihm zusammen mit einer Partnerin gegründete Immobiliengeschäft erstellt. Er konnte für die Umsatzplanung den wichtigen Hinweis geben, dass die angehenden Immobilienmakler nicht zu schnell mit dem ersten Umsatz rechnen sollten. Unter Berücksichtigung einer mittleren Vermarktungsdauer einer Wohnimmobilie von ca. 6 Monaten und einem Zeitraum für die Bezahlung der Provisionsrechnung, kann durchaus ein Zeitraum von sieben Monaten bis zum Zahlungsfluss einer Provision vergehen; schneller gehe es bei der Vermietung von Wohnungen. Bei der Akquisition von Aufträgen wurde die Bedeutung des eigenen Netzwerks hervorgehoben, weil viele der Aufträge für Existenzgründer aus dem direkten und persönlichen Umfeld stammten.

Qualifikation

Gastgeber Günter Brittnacher von der Europäischen Immobilien Akademie betonte die Notwendigkeit der qualifizierten und fundierten Ausbildung vor der Aufnahme der Tätigkeit als Immobilienmakler. Das Grundstudium Immobilienmakler bietet mit ca. 120 Stunden Präsenzunterricht eine solche Ausbildung. Viele Teilnehmer an den Diuskussionsrunden haben einen oder mehrere Lehrgänge an der EIA im Lauf der ersten Zeit ihrer Tätigkeit besucht. Auch der vorbereitende Besuch eines Lehrgangs an der EIA vor dem Beginn der Tätigkeit wurde oft genannt.  Brittnacher kündigte zugleich an, dass die EIA ab Herbst 2010 einen Lehrgang für Existenzgründer anbietet, der die speziellen planerischen Anforderungen an eine Existenzgründung abdeckt. Der Kurs wird als Onlinekurs angeboten.

Häufige Fehler

Die häufigsten Fehler, die bei einer Existenzgründung gemacht werden, hat Sven Johns während der Existenzgründerbörse zusammengefasst. Die Finanzplanung, die Zeitplanung und die Ressourcenplanung werde laut Johns zu häufig vernachlässigt. Hierzu zählt er auch die Festlegung und Eingrenzung des eigenen Immobilienmarktes. Dieser sollte vom angehenden Immobilienmakler genau untersucht und definiert werden. Je nach Marktanteil, den ein Immobilienmakler in seinem Markt erzielen kann, reichen 5.000 Haushalte als festgelegter Immobilienmarkt für ein Immobilienbüro aus. Die Reaktionen der Teilnehmer zeigten, dass auf diese Eingrenzung des eigenen Immobilienmarktes mehr Sorgfalt gelegt werden kann.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Existenzgründung Immobilienmakler, Veranstaltungen Immobilienwirtschaft

knapp 2,1 Mio. der Facebook-Nutzer im richtigen „Immobilien-Alter“

Die neuesten Nutzerzahlen von Facebook für Deutschland, die für Mai/Juni 2010 von Facebook veröffentlicht worden sind, widerlegen die vorherrschende Meinung, dass Facebook nur von jungen und ganz jungen Internet-usern genutzt wird. Knapp 50 % der Facebook-Nutzer sind im richtigen „Immobilien-Alter“. Für Deutschland werden insgesamt 9,8 Mio. registrierte Facebook-Nutzer ermittelt. Die Aufteilung nach Altersgruppen:

30 % im Alter von 25 bis 34 Jahren, das entspricht 2,94 Mio. Nutzern

15 % im Alter von 35 bis 44 Jahren, das entspricht 1,47 Mio. Nutzern

7 % im Alter von 45 bis 54 Jahren, das entsprocht 686.000 Nutzern.

Selbst wenn die Altersgruppe 25 – 34 Jahre nicht vollständig sondern nur zur Hälfte in die Facebook-Nutzer im richtigen „Immobilien-Alter“ gerechnet wird, bleiben über 2,1 Mio. Facebook-Nutzer, die im richtigen „Immobilien-Alter“ sind.

(Quelle: www.facebook.biz)

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Social Media für Immobilienexperten, Statistik und Marktauswertung

Video Deutscher Immobilientag des IVD

Der Deutsche Immobilientag des IVD fand in Mainz statt. Immo TV hat ein Video von der Veranstaltung gedreht. In dem Video kommen IVD Präsident Jens-Ulrich Kießling, Staatssekretär Rainer Bomba, Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle zu Wort. Eindrücke vom Kongress, aus der Fachausstellung von den verschiedenen Intensiv-Seminaren und der Ausstellerparty bringt der Film sehr gut zum Ausdruck. Viel Spaß beim Video: 

http://www.immo-24.tv/immo-tv/immobilien-videos/viewvideo/278/2010-deutscher-immobilientag-des-ivd/deutscher-immobilientag-des-ivd-2010.html

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Veranstaltungen Immobilienwirtschaft, Video

Pro und Contra Home Ownership in USAtoday

In der großen amerikanischen Tageszeitung USAtoday ist ein Pro & Contra Immobilieneigentum erschienen. Die Tageszeitung hat die verschiedenen Programme der amerikanischen Regierung zur Stabilisierung der Finanzierungsmärkte für Immobilien kritisiert und Fehlentwicklungen aufgrund dieser Programme angeprangert. Vicky Cox Golder, die Präsidentin der amerikanischen Maklervereinigung NAR (National Association of Realtors) hat dagegen gehalten und die gesamtgesellschaftliche Bedeutung des Immobilieneigentums hervorgehoben. Hier ist der link zu dem Artikel in USAtoday.com: http://www.usatoday.com/news/opinion/editorials/2010-06-22-editorial22_ST1_N.htm?loc=interstitialskip

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Publikationen

Immobilienmärkte: Deutschland beim Transparenz-Index auf Platz 10

Der Transparenz-Index von Lang LaSalle und LaSalle Investment Management ist neu erschienen und sieht Deutschland auf Platz 10. Interessant ist vor allem die Begründung, die ein besseres Scoring für den deutschen Immobilienmarkt verhindert. Hier werden u.a. die unterschiedlichen Sätze bei der Grunderwerbsteuer in den Bundesländern als Begründung angeführt. In diesem Fall verhindert also die Politik ein besseres Scoring für Deutschland. Laut LaSalle (Quelle: www.joneslandlasalle.de) ist das leicht verbesserten Scoring Deutschlands vor allem auf die weitere  Zunahme der Verfügbarkeit und Verlässlichkeit von Immobilienmarktdaten zurückzuführen. Zwar gelten auch die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen insgesamt als  sehr transparent und verlässlich, zu leichten Abstrichen in der Bewertung haben allerdings  die auf die föderalistische Struktur zurückzuführenden Unterschiede  etwa bei der Höhe der Grunderwerbssteuer oder der konkreten Ausgestaltungen der Bauordnungen geführt. Auch der Mangel an Informationen zu Fakten und Praktiken im Bereich der Immobilienfinanzierung und Verbriefungen, beispielsweise bei Kreditvolumina und deren Konditionen wie Zinsen und Beleihungswerte hat eine höhere Platzierung innerhalb der Transparenzstufe verhindert.
Die Reihenfolge auf den ersten Plätzen lautet:
1. Australien
2. Kanada
3. Großbritannien
4. Neuseeland
5. Schweden
10. Deutschland
Jacques Gordon, bei  LaSalle Investment Management verantwortlicher Analyst für globale Strategien: „Der globale Immobilien-Transparenz-Index 2010 zeigt  im Zeitraum seit 2008 eine deutliche Verlangsamung bei der Transparenz-Zunahme der Immobilienmärkte. Offensichtlich haben die jüngsten Tumulte auf den globalen Finanz-, Wirtschafts- und Immobilienmärkten Auswirkungen auf das Marktverhalten. Die Immobilien-Player konzentrieren sich eher aufs Überleben als auf eine Weiterentwicklung des Marktes. Interessant ist, dass die transparentesten Länder in den beiden letzten Jahren mit Illiquidität und Volatilität zu kämpfen hatten, obwohl sie in punkto Transparenz ganz weit oben im Ranking standen. Abgesehen davon scheint Transparenz den Restrukturierungsprozess zu beschleunigen.“ Und weiter: „An sich transparente Immobilien bereiteten den Investoren während der Kreditkrise Probleme, weil sie in undurchsichtige Vehikel verpackt worden waren. Der Bericht von 2010 kommt zu dem Fazit, dass in vielen Ländern die Transparenz auf den Kreditmärkten generell der Transparenz  auf den Immobilienmärkten hinterherhinkt. Wir rechnen damit, dass eine neue Konzentration auf ein regulatives  und von den Marktplayern getragenes Engagement für mehr Transparenz auf den Immobilienkreditmärkten eine der wichtigsten Neuerungen sein wird, die sich aus der Kreditkrise ergeben.”
Transparenz von Immobilienkrediten: 
Neben den ursprünglichen Messgrößen  Performance, fundamentale Marktdaten, börsennotierte Vehikel, rechtliches und regulatives Umfeld und Transaktionsprozesse –  fließen in den Index  2010 erstmals zwei Elemente der Immobilienkredit-Transparenz mit ein: Umfang und Tiefe verfügbarer Informationen über Gewerbeimmobilien-Kredite und die Frage, wie gut die Kreditrisiken bei der Vergabe von Krediten für Gewerbeimmobilien von Regulierungsstellen und Finanzinstituten überwacht werden. Wie bei der Benotung der Transparenz insgesamt variiert auch das Niveau der Schuldentransparenz beträchtlich. In vielen entwickelten Ländern erzielt der regulative Überwachungsprozess eine recht gute Benotung. Demgegenüber fällt die  Bewertung der Verfügbarkeit von Informationen über die Kreditmärkte für Gewerbeimmobilien  nicht so gut aus. In weniger entwickelten Ländern liegt die Bewertung beider Merkmale im semi-transparenten Bereich oder niedriger.
Während  in den USA, Kanada und Irland umfassende Immobilien- Kreditmarkt-Daten existieren (alle mit der Note ‘1’), ist dies in vielen „sehr transparenten“ Ländern nicht der Fall. Knapp über 89% der Länder wurden bei dieser Frage als “semi-transparent” oder niedriger bewertet. Selbst  beispielsweise Neuseeland, Frankreich und Deutschland, die ganz oben im Ranking stehen, tun sich schwer damit, die Player auf dem Markt mit Marktdatenreihen in Bezug auf offene Immobilienkredite, Fälligkeiten und Kreditgeber zu versorgen.
Die Länder mit der besten Benotung für eine konsequente und gründliche Kreditregulierung bei Gewerbeimmobilien sind Australien, Irland und Kanada. Bei dieser Frage war eine  normalere Streuung zu beobachten als bei der Frage nach der Verfügbarkeit von Informationen: 57% der Länder erhielten entweder die Note  ‘2’ oder ’3’.  Die Tatsache aber, dass nur drei Länder die Note ‘1’  erhielten, macht deutlich, dass viele gut entwickelte Länder Mühe haben, hochtransparente Immobilien-Kreditvergabe-Bestimmungen zu verwirklichen (die USA und Großbritannien etwa gehörten in dieser Kategorie nicht zu den Ländern mit der Note ‘1’). Länder, die relativ unberührt von der Krise blieben, wie z.B. Australien und Kanada, haben dagegen eine sehr gute Benotung erzielt. Die Überwachung der gesamten Kreditvergabe-Praxis ist jedoch nicht der einzig wichtige Aspekt bei der Gewerbeimmobilienkredit-Transparenz eines Landes. Verbriefte Kredite werfen neue Herausforderungen für die Offenlegung und Regulierung auf.
Der globale Immobilien-Transparenz-Index (GRETI) wird Grundlage einer Erhebung durch das  globale Unternehmens-Netzwerks von Jones Lang LaSalle und LaSalle Investment Management erstellt. Die Umfrage wird seit 1999 durchgeführt und wird alle zwei Jahre aktualisiert. GRETI 2010 ist die sechste aktualisierte Auflage des Transparenz-Indexes. Der globale Immobilien-Transparenz-Index einschließlich detaillierter regionaler  Analysen, Rankings, Diagramme und detaillierter Methodik ist (ausschließlich in englisch) im Internet abrufbar unter www.joneslanglasalle.com/Transparency

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Immobilienmarkt, Statistik und Marktauswertung

Firmenneugründungen: plus 5,3 % in Q1 – 2010

Mehr neue Betriebe und weniger Abmeldungen – das ist die Bilanz des 1. Quartals bei den Firmengründungen. Insgesamt 193.600 neue Betriebe wurdem im 1. Quartal 2010 neu angemeldet. Das bedeutet auch entsprechend positive Erwartungen bei den Neuvermietungen von Büro- und Ladenflächen. 

Außerdem wurden im ersten Quartal 2010 knapp 79 000 Kleinunternehmen gegründet. Das entspricht einem Zuwachs von 5,5% gegenüber dem ersten Quartal 2009. Die Zahl der Gründungen von Nebenerwerbsbetrieben stieg um 9,5% und lag bei mehr als 72 000. Die Gesamtzahl der Gewerbeanmeldungen, die nicht nur bei Gründung eines Betriebes erfolgen müssen, sondern auch bei Verlagerung, Umwandlung oder Übernahme, erhöhte sich im ersten Quartal 2010 um 4,1% und betrug rund 233 000.
 
Zwischen An- und Abmeldungen bei Gewerben lag im 1. Quartal 2010 ein positiver Saldo von fast 40.000 Unternehmen. Ihr Gewerbe aufgegeben haben im ersten Quartal 2010 rund 36 000 Betriebe mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung. Das waren 2,8% weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Kleinunternehmen, die von Januar bis März 2010 geschlossen wurden, lag mit knapp 80 000 um 7,1% niedriger. Mit rund 39 000 Betriebsschließungen wurden im Berichtsquartal 4,2% weniger Nebenerwerbsbetriebe aufgegeben als im ersten Quartal 2009. Insgesamt sank die Zahl der Gewerbeabmeldungen bei den Gewerbeämtern im ersten Quartal 2010 um 4,6% auf fast 196 000. Dabei handelt es sich nicht nur um Schließungen, sondern auch um Betriebsübergaben, Umwandlungen und Fortzüge.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Existenzgründung Immobilienmakler, Statistik und Marktauswertung

KfW sieht geringere Gefahr für flächendeckende Kreditklemme

Im Bericht Juni 2010 der KfW wird die Gefahr einer Kreditklemme als geringer eingeschätzt. Die Finanzierungssituation der Unternehmen in Deutschland habe sich leicht entspannt. Der Bericht findet sich unter folgendem link:

http://tinyurl.com/2ehxhku

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Finanzierung