Provision und Kaufpreis in einem Betrag ausweisen?

Prof. Susan Pulham hat in ihrem Vortrag auf dem Deutschen Immobilientag des IVD eine interessante Diskussion angestoßen. Sie hat ausgeführt, dass Kunden tendenziell den zu bezahlenden Betrag in einer Summe genannt bekommen wollen. Der zusätzliche Ausweis von Gebühren und Auslagen würde Kunden eher abschrecken. Bezogen auf den Immobilienmarkt würde dies laut Prof. Pulham bedeuten, dass es besser wäre, den Kaufpreis für eine Immobilie inkl. der zu bezahlenenden Provision auszuweisen und danach den Betrag aufzuspalten. Vor allem der Anteil der Käuferprovision an dem insgesamt zu bezahlenden Betrag könnte zusätzlich in die Gesamtsumme eingerechnet werden. Prof. Pulham forscht in dem Bereich des Kundenverhaltens und hat in ihrem Vortrag „Anker setzen“ die wissenschaftlichen Erkenntnisse über Reaktionen von Kunden und Einflussfaktoren für Kaufentscheidungen auf den Immobilienmarkt übertragen.

Es ist wissenschaftlich bislang nicht untersucht, wie Kunden auf den unterschiedlichen Ausweis eines Kaufpreises einer Immobilie und die oft zusätzlich ausgewiesenen Anteile der Käuferprovision reagieren. Was meinen Sie, worauf Kunden positiver reagieren? Kaufpreis 150.000,- € zzgl. 3 % Käuferprovision oder 155.355,- € Endpreis einer Immobilie? In der zweiten Variante würde in den Erläuterungen zum Kaufpreis ausgewiesen, dass  darin der Betrag von 4.500,- Provision zzgl. 19 % MwSt, also der Betrag von 5.355,- € Käuferprovision enthalten ist.  Wie Ist Ihre Meinung?

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5 Kommentare

Eingeordnet unter Immobilienmarkt, Praxis-Tipp

5 Antworten zu “Provision und Kaufpreis in einem Betrag ausweisen?

  1. NACHTRAG:

    Interessant wäre für mich noch einmal die Frage, ob die Zusammenlegung von Kaufpreis und Maklerprovision in einer Summe nicht zu rechtlichen Problemen führen könnte. Schließlich schließt der Makler mit dem Interessenten einen eigenständigen Vertrag, der zwar Teil des Gesamtangebotes ist, aber einen eingenständigen Anspruch begründet.

    Ist die rechtliche Frage schon einmal geklärt worden, Herr Johns?

  2. Zunächst Danke für die Klarstellung, Herr Johns.

    „“Es geht ausschließlich um die Frage, ob ein Betrag vom Kunden anders wahrgenommen wird als ein Betrag plus Zusatzkosten. Das würde an der Frage der ortsüblichen Provision nichts ändern.““

    Das, Herr Johns, wäre m.E. dann allerdings Augenwischerei. Irgendetwas zwischen „Verschleierung“ und „Kundenverdummung“ (wer schlau ist merkt’s – andere halt nicht). Natürlich wird ein Gesamtbetrag anders wahrgenommen. (Wen ärgert es z.B. nicht, wenn er für eine Hotelübernachtungen 150+x Euro berappen und dann das Frühstück noch extra zahlen soll?) Dafür brauchst aber nun wirklich keiner Prof.-Erkenntnisse.
    Im Übrigen bleibe ich dabei: Solche Diskussionen sind grundsätzlich erfreulich, gut und sinnvoll. Nur ändert das hier angedachte an der eigentlichen Problematik (gefühlte Verdoppelung der Kaufnebenkosten) gar nichts. Da würde ich mir etwas mehr Mut zur generellen Umstellung auf die Innenprov., die bekanntlich noch deutlich mehr Vorteile, wie z.B. Sicherung der Prov., mit sich bringt, wünschen.

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  4. Auf den ersten Blick mag die angestoßene Diskussion interessant sein, auf den zweiten geht sie m.E. nicht weit genug.
    Es ist völlig selbstredend, dass jede Form von Zusatzkosten, hier Provision, mögliche Käufer abstößt. Das ist überall so.
    Wenn das wachsende Problem also nun auch „offiziell“ erkannt zu sein scheint -Kritiker diskutieren dies bekanntermaßen schon seit langem- warum dann nicht gleich der Wechsel zur Innenprovision, wo der Käufer vielleicht indirekt zahlen mag, die Provision aber überhaupt nicht sieht?
    Autokauf, Kreditverträge, ja selbst an der Supermarktkasse werden die Vermittlungsprovisionen eingerechnet. Nur die Maklerbranche macht nicht mit und verschläft die Chance der Chancengleichheit, während die Anzahl der prov-freien Direktanbieter langsam aber stetig an den Maklerangeboten vorbei zieht.

    • Hallo Herr Probst,

      „offiziell“ ist auf dem Deutschen Immobilientag zu diesem thema an anderer Stelle diskutiert worden und zwar in der Podiumsdiskussion über rechtlich erlaubtes und ethisch einwandfreies Verhalten in der Immobilienbranche. Der Vortrag von Prof. Pulham fasst die Erkenntnisse über die Wahrnehmung von Kunden zusammen. Das ist kein Punkt, in dem es um Innen- oder Außenprovision, um Käufer- oder Verkäuferprovision gehen würde. Es geht ausschließlich um die Frage, ob ein Betrag vom Kunden anders wahrgenommen wird als ein Betrag plus Zusatzkosten. Das würde an der Frage der ortsüblichen Provision nichts ändern.

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