Berufsregeln für Immobilienmakler – Ist mehr erforderlich?

Eine rechtliche Regelung der Berufszulassung von Immobilienmaklern wird durch die Politik abgelehnt. Also muss Ersatz her. Für Immobilienmakler und -verwalter (diese Regeln gelten auch für alle anderen immobiliennahen Dienstleistungen, deren Vertreter eine Mitgliedschaft im IVD anstreben) hat der Immobilienverband IVD eine Aufnahmeprüfung mit Nachweis der Sach- und Fachkunde, die Verpflichtung zur Unterhaltung einer Vermögensschadenversicherung, die Fortbildungsverpflichtung mit dem Besuch von Seminaren in jedem Jahr, die Unterwerfung unter den code of ethics (Standesregeln) und die vom Bundeskartellamt genehmigten Wettbewerbsregeln verbindlich geregelt.

Zusätzlich unterhält der IVD für alle Mitglieder eine Vertrauensschadenversicherung und hat die Ombudsstelle Immobilien in der Satzung verankert. Die Mitglieder sind zur Mitwirkung an den Verfahren beim Ombudsmann verpflichtet. Einige der Regionalverbände verlangen bei der Bewerbung um die Aufnahme in den Verband die Benennung von Referenzen.

Der IVD hat zusätzlich bei der Erstellung der DIN EN 15733, der DIN-Norm für die Dienstleistungen von Immobilienmaklern mitgewirkt und fördert die Zertifizierung von Immobilienmaklern auf der Basis dieser europaweit einheitlichen Norm. Die europäischen Verbände, die ebenfalls an der Norm mitgewirkt haben, binden diese ebenfalls vielfach in die Regularien ihrer Verbände ein.

Die Politik begründet ihre Ablehnung der Regelung des Berufs damit, dass es europaweit einen Trend zur Deregulierung von Berufen gibt. Barrieren, die den Eintritt in den Markt in einem Land erhöhen, sollen abgeschafft werden. Zugleich gibt es den Trend, dass auf europäischer Ebene der Verbraucherschutz verbessert wird. Immer wieder wird bei der „Regelung von Berufen“ dann auf „die Verbände“ verwiesen. In Deutschland ist der IVD der einzige Verband, der Regeln für Immobilienmakler erstellt und kontrolliert.

Als Einstieg in den Verband hat der IVD eine vorläufige Mitgliedschaft oder die Existenzgründungsmitgliedschaft geschaffen. Für diese Kolleginnen und Kollegen gilt eine weitergehende Fortbildungsverpflichtung in den Anfangsjahren der Mitgliedschaft.

Geht noch mehr bei den Berufsregeln für Immobilienmakler? Was sollte noch besser erfasst oder ausgebaut werden? Die Standesregeln des Verbandes, die Satzung mit den Aufnahmekriterien usw.  finden sich zur Einsichtnahme aufg der Seite des IVD im Internet (http://www.ivd.net/ausgabe.php?CMS_c=artikel&Nr=1097).

Ich freue mich auf eine angeregte Diskussion.

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Existenzgründung Immobilienmakler, Immobilienpolitik, Verbraucherschutz

2 Antworten zu “Berufsregeln für Immobilienmakler – Ist mehr erforderlich?

  1. Hallo,
    ja, meiner Meinung nach gehören noch diverse Dinge geregelt. Und zwar alles, was insbesondere den Verbrauchern nützt. Dies sollte daher auch gesetzlich erfolgen und nicht nur für die geschätzt ca. 7% der Makler die im Verband organisiert sind.

    Zur Diskussion möchte ich daher mal folgende Punkte stellen:

    a) Verpflichtende Vermögensschadenhaftpflichtversicherung

    b) Verpflichtung der Makler Gemeinschaftsgeschäfte einzugehen (= Führt im Sinne des Kunden / Eigentümer zu schnellerer Vermarktung und damit Verbrauchervorteil)

    c) Verpflichtung der Makler Objekte in einer Börse allen Maklern und Kunden öffentlich zu machen ( Transparenz des Marktes, siehe Aktienbörse, führt ebenfalls zu schnellerer Abwicklung für alle Beteiligten sowie erhöhtem Überblick für die Marktteilnehmer)

    d) schriftliche Aufklärungspflicht gegenüber den Verbrauchern auf wessen Seite der Makler steht und wessen Interessen er vertritt. Evtl. besondere Aufklärungspflichten, wenn der Makler beide Seiten vertritt. Der nordamerikanische Markt beweist u.a. welche Vorteile sich für die Verbraucher und Makler hieraus ergeben.

  2. Uwe Werner

    Ich verstehe die Sorge des Verbandes um eine zureichende Qualifizierung, da es keine staatlichen Vorgaben gibt und so fast jeder den Beruf ohne nennenswerte Fachkenntnisse ausüben darf.

    Was aber nicht geschehen darf ist, das wir aus Immobilienmaklern u.ä. Eine zweite Apothekerinnung schaffen, deren Anforderungen typisch deutsch reglementiert und überzogen sind.

    Es darf nicht der Eindruck entstehen bestehende wirtschaftliche Verbindungen versuchten sich gegen Neuzugänge so abschotten zu wollen. Die Diskussion muss vom IVD selbst auf viel breiterer Basis geführt und nach Suden getragen werden.

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