Tagesarchiv: 18. Juli 2011

Chefs müssen besser kommunizieren

Die Kommunikation zwischen Geschäftsführung und Mitarbeitern ist einer der Schlüssel für die bessere Entwicklung eines Unternehmens.  Geschäftsleitung und Immobilienvertrieb oder Geschäftsführung und Property Management sind klassische Schnittstellen eines Unternehmens. Die Kommunikation ist offensichtlich nicht ideal und wird vor allem von den Beteiligten völlig unterschiedlich eingeschätzt.

Geschäftsführung tickt anders als zweite Führungsebene

Diesen Schluss ermöglicht eine Studie zur Verankerung  von Unternehmenszielen im Unternehmen. Die unter dem Begriff „Unternehmenskulturstudie  2011“ veröffentlichte Arbeit hat Geschäftsleistungen, zweite Führungsebene und Personalverantwortliche in den Unternehmen getrennt befragt.

Die Studie offenbart, dass die Einschätzung der Geschäftsleitung deutlich von der der zweiten Führungsebene und den Personalmanagern abweicht. Wenn also in der Führungsebene Unternehmensziele entwickelt werden, kommen diese sehr häufig nicht oder nicht richtig bei den Mitarbeitern an, die diese Ziele umsetzen sollen.

Kommunikation nicht ausreichend:

Wenn Ziele bestehen, werden diese häufig nicht ausreichend diskutiert. Weniger als 10 % der Befragungsteilnehmer sahen vorhandene Ziele uneingeschränkt als umgesetzt an.

Teamerfolg:

Die Geschäftsleitung nimmt viel häufiger an, dass alle im Unternehmen an einem Strang ziehen. Nur bei etwa 10 % der zweiten Führungsebene war dies auch gegeben.

Wertschätzung:

Die Schwierigkeiten in der Kommunikation der Unternehmenskultur werden auch bei der Wertschätzung von Mitarbeitern deutlich. Nahezu die Hälfte der Geschäftsleitungen geht von einer Werteschätzung der Mitarbeiter aus, während weniger als 10 % der zweiten Führungsebene dies ohne Einschränkung unterschreiben würde (etwa ein Drittel sieht diese Wertschätzung immerhin mit Einschränkungen als vorhanden an).

Veränderungsbereitschaft im Unternehmen:

Die zweite Führungsebene offenbart die Schwächen vieler Unternehmen, Veränderungsprozesse aufzugreifen und umzusetzen. Nur 2 % der Befragten gab an, dass das eigene Unternehmen Veränderungsbereitschaft zeige.

Unterstützung für neue Ideen:

Die zweite Führungsebene zeigt, dass die Vorstellungen der Geschäftsleitung nur unzureichend umgesetzt werden. Ein signifikant höherer Anteil aus der Geschäftsleitung sieht eine Unternehmenskultur zur Einbindung neuer Ideen; die zweite Führungsebene ist hier deutlich skeptischer.

Leistungsorientierung:

Mitarbeiter und Führungskräfte werden nach überwiegender Einschätzung als leistungsorientiert bezeichnet. Ähnlich hohe Ergebnisse erzielte die frage, ob im Unternehmen aus Qualität geachtet werde. Interessant ist, dass auch hier nicht umfassend kommuniziert wird. Etwa die Hälfte der Befragungsteilnehmer gab an, dass vor- oder nachgelagerte Prozesse nicht ausreichend berücksichtigt würden.

Außenbeziehungen:

Im Vergleich der beiden Unternehmenskulturstudien zeigt sich, dass die Außenbeziehungen eines Unternehmens heute wichtiger sind als vor einem Jahr. Der  Umgang mit Kunden, der Umwelt und Gesellschaft wurden als wichtiger eingestuft als bei der ersten Studie. Dabei besteht der größte Nachholbedarf bei dem Zusammenwirken mit der Gesellschaft.

Die Studie wurde vom Harvard Business Manager, der Unternehmensberatung Kienbaum und Sonja Sackmann, Vorstand des Instituts für Entwicklung zukunftsfähiger Organisationen an der Universität der Bundeswehr München, durchgeführt.

Quelle: www.kienbaum.de, Unternehmenskulturstudie 2011, Harvard Business Manager 2011

 

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