Sind Makler schuld, wenn es zu wenig Wohnungen gibt?

Hamburg, Berlin, Köln, Frankfurt, Stuttgart, München – Immobilienmakler sorgen dafür, dass die Mieten steigen und dass es zu wenig Wohnungen gibt.
Wenn ich die Zeitungen lese, dann könnte sich der Eindruck aufdrängen, dass das Eine wirklich etwas mit dem Anderen zu tun hat.Stimmt aber nicht. Makler können doch nur die Wohnungen vermieten, die vorhanden sind.

Lassen Sie uns einen Blick auf einen wichtigen Aspekte der Diskussion werfen – die Wohnraumversorgung.

Falsches Verständnis vom Beruf des Immobilienmaklers

Die Diskussionen über den Beruf des Immobilienmaklers kommen seit Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts immer wieder an die Oberfläche und zwar immer wieder aus der gleichen politischen Intention.

Hinter der Diskussion steckt durchgängig das falsche Verständnis von der Tätigkeit des Immobilienmaklers. „Immer wenn der Wohnraum in den großen Städten etwas knapper wird, tritt die Diskussion über Immobilienmakler zu Tage“, sagte dazu der frühere Ombudsmann Immobilien des IVD Dr. Peter Breiholdt, der schon zu Beginn der 70er Jahre den damaligen RDM bei der Abwehr der politischen Scharmützel gegen die Immobilienmakler beraten hat. Breiholdt trifft damit einen wichtigen Punkt.

Geringes Wohnungsangebot – Was kann der Makler dafür?

Von wo geht die aktuelle Diskussion um das Maklerrecht aus? In Hamburg haben sich die politischen Parteien offensichtlich geeinigt, das Maklerrecht neu regeln zu wollen.

Hintergrund?

Nicht jeder Interessent findet in besonders begehrten Lagen der Stadt eine Wohnung zum gewünschten Preis.

Kommunale Wohnungspolitik ist der Schlüssel

Die kommunale Wohnungspolitik, die Rahmenbedingungen entweder für einen ausgeglichenen oder einen nicht ausgeglichenen Wohnungsmarkt schafft, ist der Schlüssel zum Erfolg.

Zusammen mit den übergeordneten Rahmenbedingungen – Steuern, Förderung, Abschreibungsmöglichkeiten, Anlagealternativen, Rendite, Markttrends, Zuzug in Städte etc. – ergibt sich das Argumentations-Cluster für ein ausreichendes Angebot an Wohnraum.

Wo ist der Immobilienmakler?

Hat der Immobilienmakler in einem dieser Punkte eine ihm vom Markt zugewiesene Rolle? Ich kann diese nicht erkennen.

Stattdessen: es wird zu wenig gebaut

Der Trend der vergangenen beiden Jahrzehnte hat dazu geführt, dass zum einen viel zu wenig gebaut wurde und zum anderen der attraktive und stark nachgefragte Wohnungsbestand in Innenstädten sich mehr und mehr in Händen privater Eigentümer befindet und von Immobilienverwaltungen betreut wird.

Häufig wird die Vermietung dieser Wohnungen an Immobilienmakler vergeben, die für den Eigentümer/die Verwaltung die Arbeit erledigen.

Immobilienmakler sind das letzte Glied in der Kette

Zielt nun die Diskussion über knappen Wohnraum, zu hohe Mieten, die Verdrängung von einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen durch eine kaufkräftige Klientel usw. auf die Immobilienmakler, dann wird das letzte Glied der Kette für Umstände verantwortlich gemacht, für die dieser am allerwenigsten etwas kann.

Die Bereitstellung zusätzlichen Wohnraums und die Herstellung eines ausgeglichenen Marktes ist nicht die Aufgabe des Immobilienmaklers.

Lassen wir also die Kirche im Dorf, wenn es um die Frage nach zu wenig Wohnungen geht. Der Zeigefinger muss dann in Richtung der Rathäuser in den Kommunen gehen.

Der Artikel ist erschienen im Newsletter Immobilien Insider von http://www.gevestor-immobilien.de.

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