Kommt 2014 ein neues Maklerrecht?

Seien wir ehrlich. Der Koalitionsvertrag der großen Koalition ist doch schon wieder in Vergessenheit geraten, oder? Wen schert heute noch, was die Politiker im November letzten Jahres verhandelt haben. Denken Sie auch so? Vielleicht sollten Sie Ihre Position noch einmal überdenken. Denn:
Wenn Sie den Koalitionsvertrag genau lesen, dann steht darin ein ganz neues Maklerrecht.

Die Abkehr von dem Makler als dem ehrlichen Mittler

zwischen den Parteien ist der Kern der Formulierungen, die die große Koalition für das Maklerrecht im Koalitionsvertrag gefunden hat. Das gilt für die Einführung der Auftraggeberprovision bei der Wohnraumvermittlung an erster Stelle. Aber die Bundesregierung hat nachgelegt:

Sie macht sich Gedanken über die zusätzliche Einführung der erfolgsunabhängigen Honorarberatung in der Immobilienvermittlung. Und die Koalition will die Berufsstandards aus anderen Berufen auch auf die Immobilienmakler übertragen. Kommen also Beratungsprotokoll, Maklerregister und Pflichtversicherung über 1 Mio. € Deckungssumme wie bei den Finanzberatern?

Nein, so weit ist es noch nicht. In jedem Fall steht aber eine Regulierung des Maklerberufs im Koalitionsvertrag.

Ein Punkt fehlt: Und das ist die Schriftform beim Maklervertrag. Wenn dies auch noch geregelt würde, dann stehen Immobilienmaklern nicht nur neue Zeiten bevor. Es würde sich auch vieles zum Besseren wenden.

Das sind die Regeln für Makler und Verwalter, wie sie wörtlich im Koalitionsvertrag stehen. Die Zwischenüberschriften sind ergänzt.

1.     Neues Maklerrecht

a.      Auftraggeberprovision/Bestellerprinzip

Für Maklerleistungen wollen wir klare bundeseinheitliche Rahmenbedingungen und ebenso Qualitätssicherung erreichen. Vermieter und Mieter sollen weiter als Auftraggeber auftreten können. Dabei gilt das marktwirtschaftliche Prinzip: wer bestellt, der bezahlt.

b.      Honorarberatung

Wir wollen im Maklerrecht Anreize für eine bessere Beratung des Verbrauchers beim Immobilienerwerb schaffen. Hierzu streben wir als weitere Option des Verbrauchers eine erfolgsunabhängige Honorierung entsprechend dem Beratungsaufwand an.

c.       Sachkundenachweis und Standards aus anderen Berufen

Zudem wollen wir einen Sachkundenachweis einführen und Standards aus anderen Beratungsberufen auf das Maklergewerbe übertragen.

d.      Berufliche Anforderungen und Pflichtversicherung

Wir werden berufliche Mindestanforderungen und Pflichtversicherungen für Wohnungsverwalter und Immobilienmakler verankern.

2.     Berufsregeln für Verwalter

a.      Berufliche Anforderungen und Pflichtversicherung

Wir werden berufliche Mindestanforderungen und Pflichtversicherungen für Wohnungsverwalter und Immobilienmakler verankern.

b.      Verbraucherschutz bei Fremdverwaltung

Den Verbraucherschutz bei Bau- und Dienstleistungen für Bauherren und Immobilieneigentümer wollen wir ausbauen, insbesondere im Bauvertragsrecht und bei der Fremdverwaltung von Wohnungen.

c.       Einsicht elektronisches Grundbuch

Bei der Einführung des Datenbankgrundbuches werden wir die Einsichtnahme des Verwalters am elektronischen Verfahren regeln.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Immobilienpolitik, Immobilienrecht, Maklerrecht, Verbraucherschutz

Eine Antwort zu “Kommt 2014 ein neues Maklerrecht?

  1. ostharzimmo

    Das Wort „Immobilienmakler“ lässt bei den meisten Deutschen die Nackenhaare hochstehen, dasselbe gilt wohl bei Maklern für das Wort „Bestellerprinzip“ (mal abgesehen von – Preiserhöhung bei Immobilienscout! -)…

    Es hätte im Koalitionsvertrag wohl besser geheißen „Wer eine Leistung in Anspruch nimmt, sollte dafür bezahlen“! Dies gilt ja auch in fast allen Wirtschaftsunternehmen so, nur eben bei den Maklern nicht.

    Es sollte sich jeder selbst einmal Fragen, für wen er welche Leistung erbringt und sich danach bezahlen lassen. Den Großteil unserer Arbeit erbringen wir doch für den Verkäufer/Vermieter, warum zahlt er dann oft nichts dafür??

    Interessant ist auch immer die Aussage mit der „Ortsüblichkeit“, aber das heißt ja nur, das die anderen Makler/Mitbewerber es auch nicht schaffen, sich ihren „Lohn“ von dem bezahlen zu lassen, für den er eine Leistung erbracht hat!

    Im Ergebnis sind alle selbst schuld, den wenn alle nach diesem Prinzip gearbeitet hätten und nicht den Weg des „geringsten Widerstandes“ gewählt hätten, würde es keine Diskussion darüber geben und der Ruf des Immobilirnmaklers wäre vielleicht um einiges besser…

    ABER: Hätte, wäre, wenn, ….

    In diesem Sinne, wünsche ich allen ein schönes Wochenenden!

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