Archiv der Kategorie: Statistik und Marktauswertung

Konsumlaune weiterhin gut – Gute Nachricht für Einzelhandel und seine Immobilien

– Mehr Umsatz nominal im Jahresvergleich

– Preisbereinigt sinkender Umsatz

Die Einzelhandelsunternehmen in Deutschland setzten nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Juli 2012 nominal 1,1 % mehr und real 1,0 % weniger um als im Juli 2011. Beide Monate hatten jeweils 26 Verkaufstage. Im Vergleich zum Juni 2012 ist der Umsatz im Juli kalender- und saisonbereinigt (Verfahren Census X-12-ARIMA) nominal um 1,3 % und real um 0,9 % gesunken.

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im Juli 2012 nominal 0,2 % mehr und real 2,8 % weniger um als im Juli 2011. Dabei lag der Umsatz bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten nominal um 0,4 % höher und real um 2,7 % niedriger als im Vorjahresmonat. Im Facheinzelhandel mit Lebensmitteln wurde nominal 1,3 % und real 4,2 % weniger als im Juli 2011 umgesetzt.

Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln waren die Umsätze im Juli 2012 nominal (+ 0,6 %) und real (+ 0,2 %) höher als im Juli 2011. Von Januar bis Juli 2012 wurde im deutschen Einzelhandel nominal 2,7 % und real 0,6 % mehr umgesetzt als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Quelle: http://www.destatis.de

 

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Wohnungsbauprognose bis 2025 – Ergebnisse auf Kreisebene veröffentlicht

Wieviele Wohnungen benötigen wir bis zum Jahr 2025? Verläuft die Entwicklung in allen Bundesländern und Kreisen gleichermaßen? Woher bekommt ein Immobilienmakler die Ergebnisse der Untersuchung?

Das BBSR (Bundesinstitut Bau-, Stadt- und Raumforschung) hat die Ergebnisse der Wohnungsbauprognose 2025 vollständig veröffentlicht.

Die Ergebnisse in Kurzform sind:

Bis zum Jahr 2025 werden jährlich 183.000 neu gebaute Wohnungen in Deutschland benötigt. Im Jahr 2010 wurde diese Zahl wieder einmal nicht erreicht. In den Jahren 2010 bis 2015 beträgt der Bedarf sogar 193.000 neu gebaute Wohnungen, in den beiden folgenden Perioden sinkt der Bedarf etwas, so dass über den gesamten Zeitraum ein Bedarf von 183.000 Einheiten pro Jahr errechnet worden ist.

Das BBSR untersucht nicht nur den generellen Neubaubedarf sondern auch die wesentlichen Einflussfaktoren. Dies ist zum einen die Anzahl der Haushalte. Bis zum Jahr 2025 wird nach der unteren Variante dieser Prognose die Zahld er Haushalte um 0,1 % sinken. Das sind 60.000 Hasuhalte weniger als im Jahr 2010. Allerdings wird für die alten Bundesländer mit einer Zunahme der Haushalte um 560.000 und in den neuen Bundesländern ein Rückgang der Haushalte um 620.000 erwartet. Daraus folgt die insgesamt marginal leichtere Tendez bei den Haushalten.

Auch die Wohnflächennachfrage wurde untersucht. Die Wohnflächennachfrage steigt im Zeitraum bis zum Jahr 2025. Dabei wird der größte Teil der Nachfrage von den Eigentümerhaushalten kommen (ein Zuwachs von 15 % Wohnflächennachfrage geht von dieser Nachfragergruppe aus). Die Wohnflächennachfrage bei Mieterhaushalten ist tendenziell rückläufig (0,5 % Rückgang je Jahr).

Die Eigentumsquote wird steigen, prognostiziert das BBSR. In den alten Bundesländern geht die Eigentumsquote auf 47 % und in den neuen Bundesländern auf 36 % herauf.

Ergebnisse für Kreise

Damit der Neubaubedarf, die Nachfrage nach Wohnraum, die Entwicklung beid er Wohnfläche und alle weiteren Angaben der Untersuchung für jeden einzelnen Immobilienmakler aussagefähig wird, empfiehlt sich die Anschaffung der Gesamtuntersuchung des BBSR. In dem Band sind die Ergebnisse für die Kreise und Regionen in Deutschland im Einzelnen aufgeschlüsselt. Der Band kostet 15,- € und kann beim BBSR unter der E-Mail-Adresse selbstverlag@bbsr.bund.de bestellt werden.

Hier ist der link zu der Zusammenfassung der Ergebnisse:

http://www.bbsr.bund.de/cln_032/nn_21272/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/BerichteKompakt/2010/DL__1__2010,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/DL_1_2010.pdf

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Wohnimmobilien USA – The falling knife?

Ist der Immobilienmarkt in den USA ein fallendes Messer, in das besser nicht gegriffen wird? Wann ist der richtige Zeitpunkt, in den Markt einzusteigen? Werden die Preise am Markt für Wohnimmobilien weiter fallen? Diese Fragen sind auf einer Veranstaltung der Ratingagentur Standard & Poor’s in New York diskutiert worden. Der Titel der Veranstaltung lautete: „Expertes Discuss U.S. Housing As A Falling Knife, But How Sharp Is The Blade?“

Käufermarkt – jetzt zugreifen?

Die Experten auf dem Housing Summit 2011 von Standard & Poor’s waren sich einig, dass es ein ausgezeichneter Zeitpunkt für den Einstieg in den amerikanischen Immobilienmarkt sei. Die Preise seien deutlich gefallen und die Zinsen würden mit ca. 4,5 % sehr attraktiv sein. Aber niemand der Experten wollte sich in der Diskussion festlegen, ob die Preise noch weiter fallen.

Miete auf dem Vormarsch

Trotz der günstigen Rahmenbedingungen sei es für viele Käufer nicht möglich, eine Finanzierung zu erhalten. Daher würden viele potentielle Käufer einer Immobilie darauf ausweichen, die Immobilie zu mieten. Der amerikanische Traum des eigenen Hauses sei zwar intakt, wird eine Reporterin auf der Tagung zitiert, dennoch sei der Markt eben heute anders als noch vor wenigen Jahren. Sehr interessant war in diesem Zusammenhang die Aussage, dass insgesamt 8 Mio. Amerikaner mit mindestens einer Rate ihrer Immobilienfinanzierung im Rückstand seien; 28 % der Immobilienfinanzierungen werden als notleidend betrachtet.

Fallen die Preise um weitere 25 %

Rober Shiller, einer der Gründer ds Case-Shiller Immobilienindex wird auf der Tagung mit der Frage zitiert, ob die Preise um weitere 10 bis 25 % fallen werden, bis der Boden erreicht ist. Eine Antwort auf diese Frage wurde nicht gegeben.

Der Bericht über die Tagung ist unter folgendem link erreichbar:

http://static.ow.ly/docs/ExpertsDiscussUSHousingAsAFallingKnifeButHowSharpIsTheBlade_gi1.pdf

In dem Forum http://www.housingviews.com werden auf einer von Standard & Poor’s unterhaltenen Seite Beiträge und Kommentare rund um den Wohnimmobilienmarkt der USA verfasst.

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Inflation in Europa bei 2,7 % – Anteil Miete aktuell rückläufig

Die Inflationsrate in Europa betrug zuletzt 2,7 %. Das meldet das Europäische Statistikamt Eurostat. Im April 2011 lag diese noch bei 2,8 %. Die Inflationsrate betrug in Deutschland im Mai 2011 insgesamt 2,4 %.

Die Hauptkomponenten mit den höchsten jährlichen Raten im Mai 2011 waren Verkehr (5,3%), Wohnung (4,7%) sowie Alkohol und Tabak (3,3%). Die Hauptkomponenten mit den niedrigsten jährlichen Raten waren Nachrichtenübermittlung (-1,0%), Freizeit und Kultur (0,0%) sowie Hausrat (1,0%).

Anteil Mieten europaweit rückläufig

Die Mieten sind das Schwergewicht im europäischen Inflationsindex. Mit 15,8 % gehen diese am stärksten in den Index ein (gefolgt von Verkehr und Nahrungsmitteln).  Bei den Teilindizes hatten die Mieten (-0,08) eine senkende Wirkung auf die gesamte Inflationsrate. Europaweit sind die Mieten folglich etwas zurückgegangen. Nach einem Wert von 5,1 (März 2011) und 5,0 (April 2011), betrug der Wert im Mai 2011 noch 4,7, wodurch die den Gesamtindex senkende Wirkung zum Ausdruck kommt.

Quelle: www.eurostat.eu

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Schlüsselfaktor Inflation – Inflationserwartung gedämpft – laut IWF

Die Inflationserwartung ist auf Ihrem Höhepunkt angekommen. Das zeigt der jüngste Bericht des Internationalen Währungsfonds (International Monetary Fund). In dem Bericht zeigt der IWF, dass die weltweite Inflationsrate im ersten Quartal 2011 auf 4,0 % gestiegen ist. Im letzten Quartal 2010 hat die weltweite Inflationsrate noch 3,5 % betragen.

Inflation soll nicht weiter steigen

In dem Bericht „World Economic Outlook Update“ (veröffentlicht Mitte Juni 2011) hat der IWF die Erwartung geäußert, dass die weltweite Inflation ihren Höhepunkt damit erreicht hat. Für die verbleibenden 3 Quartale des Jahres 2011 sieht der IWFD die Inflation zwischen 3,5 und 4 %. Im Jahr 2012 sinkt die weltweite Inflation auf etwa 3 %.

Entwickelte Länder mit geringerer Inflation

Für die entwickelten Industrienationen erwartet das IWF den Peak bei der Inflation für das 2. Quartal 2011. Diese beträgt dann voraussichtlich 2,5 %. In den Emerging Markets ist der Inflationsdruck dagegen deutlich höher. Im 2. Quartal beträgt die mittlere Inflation in diesen Ländern ca. 7 %. Für beide Ländergruppen hat der IWF die ermittelte Inflation im Vergleich zum letzten Bericht angehoben.

Schlüsselfaktor Inflation für Zinsen

Diese Entwarnung bei der Inflation könnte ein positives Signal für die zukünftige Entwicklung der Zinsen sein.

Prognose Wirtschaft Deutschland

Der IWF hat in seinem neuesten Bericht ferner die Prognose für die Wirtschaftsleistung Deutschlands um 0,7 % auf 3,2 % angehoben. Diese  weiterhin sehr stabile Entwicklung der Wirtschaftskraft ist für den deutschen Immobilienmarkt eine ausgesprochen positive Nachricht. Mit der wachsenden Wirtschaft und der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt wird sich auch der Immobilienmarkt in Deutschland weiterhin positiv entwickeln.

Der Bericht des IWF kann unter der folgenden Webseite eingesehen werden:

http://www.imf.org/external/pubs/ft/weo/2011/update/02/index.htm

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Energiewende in Europa – Hintergrund

Die treibenden Kraft des Klimawandels sind die Treibhausgase (Green House Gas – GHG). In einem Hintergrundbericht hat Eurostat die neuesten in der EU verfügbaren Daten zusammen getragen. Der Ausstoß der Treibhausgase ist im letzten Jahrzehnt um 2,4 % zurückgegangen. Gleichzeitig hat der Energieverbrauch um 5,2 % zugenommen.  Die energieintensiven Industrien und der Verkehr sind vor allem für den Zuwachs des Energieverbrauchs verantwortlich.

Hier geht es zu dem Beitrag:

http://epp.eurostat.ec.europa.eu/statistics_explained/index.php/Climate_change_-_driving_forces

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Inflation bestimmt Verbrauchervertrauen in Europa

Was ist die Stimmungsbremse Nr. 1 für das Verbrauchervertrauen in Europa? Die Inflation. Das sagen die Marktforscher von GfK. Das beherrschende Thema in Europa ist derzeit die Inflation. Anziehende Verbraucherpreise sowie hohe Kosten für Benzin und Rohöl belasten das Portemonnaie der europäischen Verbraucher. Besonders davon betroffen ist Großbritannien. Dort stieg die Inflation von 3,3 Prozent im November letzten Jahres auf 4,4 Prozent im Februar 2011 – aktuell ist sie allerdings wieder leicht auf 4 Prozent abgefallen. Die Europäische Zentralbank hat zuletzt auf die wachsende Inflation reagiert und den Leitzins erstmals seit Beginn der Finanzkrise um 0,25 Basispunkte auf 1,25 Prozent erhöht.

Das zweite große Problem stellt die hohe Staatsverschuldung in den Ländern dar. Auf der einen Seite mussten vor allem die großen europäischen Länder hohe Summen in den Europäischen Rettungsfonds einzahlen, auf der anderen Seite haben alle nationalen Regierungen viel Geld zur Stabilisierung beziehungsweise Stimulierung der Wirtschaft zur Verfügung gestellt. Die höchste Staatsverschuldung in der EU hat derzeit Italien mit 118,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Konjunkturerwartung: Sparmaßnahmen zur Rezessionsbekämpfung in Großbritannien umstritten

In den betrachteten Ländern gehen lediglich die Deutschen und Österreicher davon aus, dass die Konjunktur auch weiterhin deutlich wachsen wird. Der Indikator zeigt in Österreich im März 38,2 Punkte, in Deutschland sogar 49,5 Punkte. Nach einem starken Anstieg der Konjunkturerwartung von Juni bis November 2010 um rund 60 Punkte, ist sie seit Dezember in Deutschland wieder um etwa 15 Punkte gefallen. Der Indikatorwert kann prinzipiell zwischen -100 und +100 Punkten schwanken.

In Spanien, Rumänien und Österreich konnte der Indikator an Wert zulegen. In der Tschechischen Republik und Bulgarien musste er hingegen deutliche Verluste hinnehmen. Rumänien scheint sich derzeit auf sehr niedrigem Niveau zu stabilisieren. Hier hat sich die Konjunkturerwartung seit Mitte letzten Jahres um rund 34 Indikatorpunkte verbessert und steht jetzt bei einem Wert von -37,3 Punkten.

Die Finanzkrise hatte in Großbritannien weitreichende Auswirkungen auf die Wirtschaft. Der private Konsum, der zu einem beträchtlichen Teil über Kredite finanziert wurde, hatte dort immer einen sehr hohen Anteil am Bruttoinlandsprodukt. Durch die Wirtschaftskrise konnten sowohl die Verbraucher als auch viele Unternehmen ihre Kredite nicht mehr bezahlen, was sich auf die gesamte Wirtschaft auswirkte: Die Immobilienpreise sanken drastisch, die Arbeitslosigkeit stieg dagegen stark an, viele Unternehmen mussten Konkurs anmelden. Nachdem die Konjunkturerwartung in Großbritannien Anfang 2009 mit -57,8 Punkten ihren Tiefststand erreicht hatte, erholte sich die Wirtschaft im weiteren Verlauf des Jahres. Im Februar 2010 erreichte der Indikator mit 31,4 Punkten seinen höchsten Wert seit Oktober 1997. Die britische Regierung versucht seit letztem Jahr ihr Haushaltsdefizit durch harte Sparprogramme vor allem im öffentlichen Sektor in den Griff zu bekommen. Die Bürger befürchten, durch diese Sparmaßnahmen in die nächste Rezession abzugleiten, bevor sich die Wirtschaft von der Finanzkrise erholt hat. Allerdings  sind die Briten in Bezug auf die richtige Politik zur Bekämpfung des Etatdefizits und der Staatsverschuldung tief gespalten. Die eine Seite erkennt die Notwendigkeit eines radikalen Sparkurses der Regierung, die andere Seite favorisiert eine eher keynesianisch ausgerichtete Politik, die die Wirtschaft durch öffentliche Gelder stimulieren möchte. Diese Diskussion über den richtigen Weg aus der Rezession zeigt sich auch in der Bewertung der Konjunkturentwicklung. Im vergangenen Jahr und noch einmal im ersten Quartal dieses Jahres ist die Konjunkturerwartung drastisch zurückgegangen und steht derzeit bei -29,9 Punkten.

Die Wirtschaft der Tschechischen Republik erholt sich langsam wieder von der Wirtschaftskrise. Daran hat vor allem der Automobilhersteller Skoda einen erheblichen Anteil. Er ist eines der Unternehmen, die die tschechische Wirtschaftsentwicklung maßgeblich beeinflussen. Skoda hat im ersten Quartal 2011 seinen Umsatz um 21,4 Prozent gesteigert. Dennoch ist die Stimmung bei den Verbrauchern insgesamt seit Jahresbeginn erheblich gesunken. Die derzeitige Regierung will erstmals die hohe Staatsverschuldung bekämpfen. Allerdings ist unklar, ob die Regierung ihre Reformen durchsetzen kann. Diese Unsicherheit schlägt sich auch auf die Beurteilung nieder, wie gut sich die tschechische Wirtschaft in den nächsten Monaten entwickeln wird. Zudem befürchten die Bürger, dass durch die geplanten Sparpläne und Steuererhöhungen die langsam wieder anziehende Konjunktur erneut geschwächt wird und die Arbeitslosigkeit weiter steigt. Die Konjunkturerwartung ist folglich seit Jahresbeginn eingebrochen. Hatte der Index im Januar noch einen Wert von 9,6 Punkten, ist er im März auf -29,6 Punkte abgestürzt. Auch ihre persönliche finanzielle Situation sehen die Tschechen durch die geplanten Reformen in Gefahr.

Preiserwartung: europaweit stark gestiegen

Die Preiserwartungen haben im März in allen betrachteten Ländern der Europäischen Union zugenommen. Einzige Ausnahme ist Bulgarien. Hier ist der Indikator nach einem kräftigen Anstieg seit Dezember letzten Jahres aktuell wieder leicht gesunken und steht im März bei 7,6 Punkten. Wesentliche Treiber für die Inflation sind derzeit höhere Rohstoff- und Energiepreise.

Einen besonders starken Anstieg haben Frankreich, Italien und Rumänien zu verzeichnen. In Frankreich sind die Preiserwartungen der Verbraucher im März um 12,4 Punkte auf aktuell 46,9 Punkte gestiegen. Das ist der höchste Wert seit rund 20 Jahren. Seit August 2009 stieg der Indikator dramatisch an. Damals verzeichnete er einen Wert von -32,3 Punkten. Die französischen Verbraucher befürchten seit der Wirtschafts- und Finanzkrise eine massive Abnahme ihrer Kaufkraft.

In Italien steht der Index derzeit bei -11,1 Punkten nach -22 Punkten im Februar. Wie auch in Frankreich erwarten die Italiener seit Mitte 2009 steigende Preise. Im Juli 2009 hatte der Index einen Wert von -60,8 Punkten. Obwohl die Preiserwartung nach wie vor einen relativ niedrigen Wert aufweist, sind die Italiener während der Finanz- und Wirtschaftskrise sehr viel preissensibler geworden. Im Dezember 2010 machte sich gut ein Drittel der Verbraucher Sorgen wegen der Inflation, drei Monate später sind es bereits 58 Prozent. Im Vergleich zu anderen Ländern ist die Inflation in Italien mit gegenwärtig 2 Prozent jedoch noch gemäßigt.

Bei derzeit 19,7 Punkten steht der Indikator in Rumänien. Mitte 2010 mussten die Rumänen eine Mehrwertsteuererhöhung um 5 Prozentpunkte verkraften. Während der entsprechenden Diskussionen stieg die Preiserwartung auf 14 Punkte im August an. In der Folge konnte sich der Indikator jedoch wieder beruhigen und sank bis zum Januar auf -15,3 Punkte ab. Aktuell befürchten die Rumänen weitere Steuer- und Abgabenerhöhungen, so dass die Preiserwartung im März um 29,7 Punkte zunimmt. Die rumänische Regierung steht nach wie vor unter starkem internationalem Druck, ihr Staatsdefizit zu reduzieren, da sie Finanzhilfen vom Internationalen Währungsfond, der Europäischen Zentralbank sowie der EU erhalten hat. Hinzu kommt eine Inflation von derzeit rund 6 Prozent.

Einkommenserwartung: Frankreich fürchtet um Kaufkraft

Die steigenden Inflationsängste der europäischen Verbraucher wirken sich auch auf die Einkommenserwartung aus. Der Indikator sinkt derzeit auf breiter Front. Einzig Rumänien macht hier mit einem minimalen Zuwachs eine Ausnahme, nachdem der Indikator im Juni 2010 mit -72,7 Punkten einen Negativrekord zu verzeichnen hatte. Um die Staatsfinanzen in den Griff zu bekommen, veranlasste die rumänische Regierung im vergangenen Jahr ein hartes Sparpaket mit Kürzungen bei den Sozialleistungen sowie Steuer- und Abgabenerhöhungen. Außerdem kürzte sie den Staatsbediensteten ihre Bezüge um 25 Prozent. Infolgedessen brach die Einkommenserwartung der Bürger ein. Seit Mitte des Jahres verursachte die vorsichtige Hoffnung auf ein baldiges Ende der Rezession einen kontinuierlichen Anstieg des Indikators. Aktuell stabilisiert er sich auf sehr niedrigem Niveau bei -31,3 Punkten. Im Februar erhielten die Staatsbediensteten eine Lohnerhöhung von 15 Prozent, die die Kürzungen aus dem Vorjahr zumindest teilweise kompensierte. Experten erwarten für die verbleibenden neun Monate dieses Jahres eine leichte wirtschaftliche Erholung.

In Deutschland stabilisiert sich die Einkommenserwartung auf sehr hohem Niveau. Aktuell erreicht sie 40,5 Punkte. Deutschland hat die Wirtschaftskrise erstaunlich gut verkraftet. Die Unternehmen mussten auch während der Rezession aufgrund der erweiterten Möglichkeiten zur Kurzarbeit und staatlichen Konjunkturprogrammen kaum Entlassungen vornehmen. So konnten sie im letzten Jahr sofort reagieren, als die Nachfrage weltweit wieder anzog. Aufgrund der hervorragenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit kontinuierlich zurückgehender Arbeitslosigkeit, starkem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts und einer steigenden Nachfrage beim privaten Konsum rechnen die Deutschen in diesem Jahr mit spürbaren Gehaltserhöhungen, die zum Teil bereits realisiert wurden.

Frankreich verzeichnet mit -39,2 Punkten den schlechtesten Wert der betrachteten EU-Länder. Der Indikatorwert ist seit Januar 2010 um rund 30,6 Punkte gefallen. Frankreich hat die Wirtschaftskrise zwar mit weniger Blessuren überstanden als manch anderes europäisches Land. Dies ist aber zum Teil den enormen staatlichen Konjunkturprogrammen zu verdanken. Diese hatten zur Folge, dass die Neuverschuldung im Jahr 2010 auf 7,8 Prozent des Bruttoinlandprodukts gestiegen ist. In den Stabilitätskriterien für die Euro-Zone sind 3 Prozent erlaubt. Die Staatsverschuldung liegt inzwischen bei 84 Prozent des BIP, nach 68 Prozent im Jahr 2008. Für dieses Jahr hat es sich die französische Regierung zur Hauptaufgabe gemacht, die Neuverschuldung zu senken. Dementsprechend befürchten die Verbraucher weitere Steuer- und Abgabenerhöhungen, die sich direkt auf ihr verfügbares Einkommen und damit ihren Lebensstandard auswirken werden. Neben den Steuer- und Abgabenerhöhungen zur Sanierung der Staatsfinanzen stehen auch einige Privilegien auf dem Prüfstand. Bereits im letzten Jahr hob die Regierung unter heftigem Protest der Bevölkerung das Renteneintrittsalter von 60 auf 62 Jahre an. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Grenze bereits bei 67 Jahren. Auch die gesetzlich festgelegte 35-Stunden-Woche dürfte mittel- oder langfristig zur Disposition stehen.

Anschaffungsneigung: Spanier halten ihr Geld zusammen

Korrespondierend zur Einkommenserwartung sinkt auch die Anschaffungsneigung europaweit. Lediglich in der Tschechischen Republik, Österreich und Italien kann der Indikator aktuell an Wert zulegen. Rumänien hat sich von seinem Absturz im vergangenen Jahr leicht erholt und stabilisiert sich derzeit – allerdings auf sehr niedrigem Niveau. Der Indikator steht im März bei -35,1 Punkten. Die mit Abstand höchsten Werte weisen Österreich mit 30,9 Punkten sowie Deutschland mit 34,3 Punkten auf.

Entgegen den sonstigen Entwicklungen in der Tschechischen Republik steigt die Anschaffungsneigung im März um 7,8 Punkte auf -2,9 Punkte. Die Wirtschaftskrise kam bei den tschechischen Verbrauchern erst verspätet Ende 2009 an, war dann aber deutlich spürbar. Die Tschechen änderten ihr Einkaufsverhalten grundlegend – von einem eher von Spontanität und den aktuellen Bedürfnissen geleiteten Konsum hin zu wohl durchdachten Einkäufen. Die Qualität gewann gegenüber der Quantität deutlich an Bedeutung. Die Kaufzurückhaltung scheint seit Ende des vergangenen Jahres jedoch wieder abzunehmen. Die Anschaffungsneigung ist seit November um gut 17 Punkte angestiegen.

Die polnische Wirtschaft ist stark von der Binnennachfrage getrieben. Dadurch war sie auch während der Wirtschaftskrise nicht so stark betroffen wie andere europäische Länder, deren Wirtschaft stärker von der Exportentwicklung abhängig ist. Bereits Ende 2009 hat sich Polen spürbar von dem wirtschaftlichen Rückgang erholt. Dies zeigt ganz deutlich der Verlauf der Anschaffungsneigung. Ende 2008 fiel der Indikator von 23,1 Punkten im November bis auf -26,7 Punkte im April 2009. Seitdem jedoch ist die Anschaffungsneigung wieder kontinuierlich angestiegen und erreichte im Februar einen vorläufigen Höchststand von 25,5 Punkten. Aktuell musste der Indikator wieder Verluste hinnehmen und steht derzeit bei 16 Punkten. Die Wirtschaftsdaten des Landes sind jedoch gut. Das Staatsdefizit soll in diesem Jahr von 7,9 Prozent auf 5,8 Prozent und im nächsten Jahr auf etwa 4 Prozent fallen. Experten prognostizieren in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von 4,1 Prozent. Der Rückgang bei der Anschaffungsneigung wird somit vermutlich nur kurzfristiger Natur sein.

In Spanien leidet die Wirtschaft seit der Finanzkrise und dem Platzen der Immobilienblase sehr. Das Hauptaugenmerk der Regierung liegt derzeit auf der Kontrolle der Staatsfinanzen. Im Zuge dessen wurden einerseits die öffentlichen Ausgaben drastisch reduziert, die Gehälter und Pensionen der Beamten sowie Sozialleistungen gekürzt. Auf der anderen Seite wurde beispielsweise die Mehrwertsteuer um 2 Prozentpunkte angehoben. Hinzu kommt eine hohe Arbeitslosigkeit ohne die Aussicht auf einen erheblichen Rückgang in diesem Jahr. Die Spanier wissen nicht, was in den nächsten Monaten auf sie zukommt. Dementsprechend versuchen sie, ihr Geld soweit wie möglich zusammen zu halten und nur die nötigsten Anschaffungen zu tätigen. Die Sparquote ist dementsprechend hoch und liegt derzeit bei etwa 16 Prozent. Dennoch konnte sich die Anschaffungsneigung in den vergangenen Monaten auf niedrigem Niveau erholen. Von Dezember 2010 bis Februar 2011 stieg der Indikator von -11,2 Punkten auf 37,5 Punkte an. Allerdings verunsichern die immer wiederkehrenden Diskussionen, ob Spanien doch noch die Finanzhilfen des EU-Rettungsschirms in Anspruch nehmen muss, die Verbraucher. Folglich fällt der Indikator im März wieder auf -10,7 Punkte ab.

Quelle: http://www.gfk.de

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