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Code of Ethics für Immobilienmakler und -verwalter von der CEPI

Kennen Sie den europaweit gültigen Code of Ethics für Immobilienmakler und Immobilienverwalter, der der Europaverband CEPI herausgegeben hat? Da europaweit keine einheitlichen gesetzlichen Regelungen für die Immobilienberufe bestehen, ist es besonders wichtig, berufliche Standards durch Verbände zu setzen. Diese beruflichen Regelungen dienen auch dem Interesse von Verbrauchern, weil die Mitglieder in dem Europaverband sich diesen Standards unterworfen haben. Ähnlich wie bei den Standesregeln des Immobilienverbandes IVD (unter www.ivd.net im Internet einzusehen) ist auch der Code of Ethics der CEPI eine verbandsinterne Regel, an die sich Mitglieder halten müssen.

Das Verhältnis zwischen Immobilienmakler/Immobilienverwalter und Kunde nimmt einen breiten Raum in dem Code of Ethics ein, genauso wie das kollegiale Verhältnis der Makler und Verwalter untereinander, wenn eine Zusammenarbeit vereinbart ist. Wie in der DIN EN 15733 geht auch dieser Code of Ethics davon aus, dass alle Vereinbarungen zwischen Immobilienmaklern/-verwaltern und Kunden in Schriftform abgeschlossen sein sollten. Zumindest sind alle getroffenen Vereinbarungen, die zu dem Vertrag gehören, zu bestätigen. Ein Vertrag soll in Papierform an den Kunden geschickt werden.

Die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung ist wie in der Satzung des Immobilienverbandes IVD eine Voraussetzung für die Tätigkeit als Immobilienmakler und Immobilienverwalter. Den gesamten Text des Code of Ethics der CEPI finden Sie unter diesem link:

http://www.cepi.eu/index.php?page=code-europeen-de-deontologie-pour-les-professionnels-immobiliers&hl=en

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Berufsregeln für Immobilienmakler – Ist mehr erforderlich?

Eine rechtliche Regelung der Berufszulassung von Immobilienmaklern wird durch die Politik abgelehnt. Also muss Ersatz her. Für Immobilienmakler und -verwalter (diese Regeln gelten auch für alle anderen immobiliennahen Dienstleistungen, deren Vertreter eine Mitgliedschaft im IVD anstreben) hat der Immobilienverband IVD eine Aufnahmeprüfung mit Nachweis der Sach- und Fachkunde, die Verpflichtung zur Unterhaltung einer Vermögensschadenversicherung, die Fortbildungsverpflichtung mit dem Besuch von Seminaren in jedem Jahr, die Unterwerfung unter den code of ethics (Standesregeln) und die vom Bundeskartellamt genehmigten Wettbewerbsregeln verbindlich geregelt.

Zusätzlich unterhält der IVD für alle Mitglieder eine Vertrauensschadenversicherung und hat die Ombudsstelle Immobilien in der Satzung verankert. Die Mitglieder sind zur Mitwirkung an den Verfahren beim Ombudsmann verpflichtet. Einige der Regionalverbände verlangen bei der Bewerbung um die Aufnahme in den Verband die Benennung von Referenzen.

Der IVD hat zusätzlich bei der Erstellung der DIN EN 15733, der DIN-Norm für die Dienstleistungen von Immobilienmaklern mitgewirkt und fördert die Zertifizierung von Immobilienmaklern auf der Basis dieser europaweit einheitlichen Norm. Die europäischen Verbände, die ebenfalls an der Norm mitgewirkt haben, binden diese ebenfalls vielfach in die Regularien ihrer Verbände ein.

Die Politik begründet ihre Ablehnung der Regelung des Berufs damit, dass es europaweit einen Trend zur Deregulierung von Berufen gibt. Barrieren, die den Eintritt in den Markt in einem Land erhöhen, sollen abgeschafft werden. Zugleich gibt es den Trend, dass auf europäischer Ebene der Verbraucherschutz verbessert wird. Immer wieder wird bei der „Regelung von Berufen“ dann auf „die Verbände“ verwiesen. In Deutschland ist der IVD der einzige Verband, der Regeln für Immobilienmakler erstellt und kontrolliert.

Als Einstieg in den Verband hat der IVD eine vorläufige Mitgliedschaft oder die Existenzgründungsmitgliedschaft geschaffen. Für diese Kolleginnen und Kollegen gilt eine weitergehende Fortbildungsverpflichtung in den Anfangsjahren der Mitgliedschaft.

Geht noch mehr bei den Berufsregeln für Immobilienmakler? Was sollte noch besser erfasst oder ausgebaut werden? Die Standesregeln des Verbandes, die Satzung mit den Aufnahmekriterien usw.  finden sich zur Einsichtnahme aufg der Seite des IVD im Internet (http://www.ivd.net/ausgabe.php?CMS_c=artikel&Nr=1097).

Ich freue mich auf eine angeregte Diskussion.

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Warum gibt es Standesregeln für Immobilienmakler?

Wer hält sich an Standesregeln? Wer will Standesregeln? Wer kennt die Standesregeln für Immobilienmakler? In den letzten Tagen gab es viele Kommentare zu den Standesregeln des IVD. Neudeutsch nennen wir das: „Code of Ethics“. Der IVD hat auf dem Deutschen Immobilientag Mitte Juni 2010 in Mainz beschlossen, diese Standesregeln zu verschärfen. Neu sind vor allem die Regeln im Umgang der Immobilienmakler untereinander.  Damit nehmen die Standesregeln die wichtige Funktion ein, den Markt zu „sauber“ zu halten und zu klären, was als „richtiges“ Verhalten erlaubt und als „falsches“ Verhalten nicht zu dulden ist. Im IVD bilden die Stzaung, die Wettbewerbsregeln und die Standesregeln das Gerüst für die Berufsregeln der Immobilienmakler.

Umgang mit Kunden und Kollegen

Wenn schon der Umgang der Kollegen untereinander nicht stimmt, dann ist etwas Grundlegendes falsch. Wie soll dem Kunden gegenüber ein einwandfreies Verhalten einer Immobilienfirma erfolgen, wenn im Umgang mit den Kollegen das Motto herrscht: „Nach mir die Sintflut“? Ich meine, dass sich viele Kollegen dieser Wechselwirkung nicht bewusst sind, wenn es darum geht, gegenüber einem Kollegen einen Vorteil zu erlangen. Für einen Kunden könnte es interessant sein zu wissen, ob sich ein Immobilienmakler gegenüber seinen Berufskollegen einwandfrei verhält oder ob es aus dem Kollegenkreis schon Beschwerden gab.  Gerade der Umgang der Berufskollegen untereinander zeigt sich die Kultur einer Branche. Die aktuellen Beispiele, die in den Code of Ethics / Standesregeln des IVD aufgenommen worden sind, waren erforderlich, weil dieser Umgang offensichtlich nicht in jedem Fall stimmt.

Empfehlungsmarketing auf Basis der Standesregeln

Die Wirkung von Empfehlungen lernt jeder von uns gerade durch Social Media, Facebook, „Gefällt mir“-Button unter Zeitungsartikeln im Internet, Twitter usw. kennen. Wer gute Empfehlungen hat, genießt ein höheres Ansehen als der, der eine schlechte Bewertung bekommen hat. Bei Amazon interessiert eine Bewertung mit „5-Sternen“ genauso wie die Bewertung mit „2-Sternen“. Die Gründe für eine gute und schlechtete Bewertung sind gleichermaßen spannend, wenn ich Erkundigungen über ein Produkt einziehe. Auf die Immobilienvermittlung übertragen bedeutet dies, dass Referenzen von Kunden genauso wertvoll sein können wie die Referenzen von Kollegen. Auch hier gilt, dass positive wie negative Erfahrungen ihre Wirkung haben. Als angehender Kunde eines Immobilienmaklers interessiert mich (auch – neben vielen anderen Dingen), ob der Immobilienmakler glaubwürdig ist. Diese Glaubwürdigkeit leitet sich eben auch aus dem professionellen Umgang mit mir als Kunden und mit einem Kollegen ab. Der Eindruck des Kunden wird lauten: „Der Immobilienmakler legt die gleiche Messlatte an den Umgang mit mir als Kunden an, wie an den Umgang mit einem Kollegen.“ Wenn eine Zusammenarbeit im Gemeinschaftsgeschäft erforderlich und gewünscht ist, dann treffen die Spielregeln im Verhältnis Kunde – Immobilienmakler und im Verhältnis Immobilienmakler – Immobilienmakler aufeinander.

Die Diskussion ist eröffnet

Ich bin der Auffassung, dass wir noch viel intensiver über die Standesregeln für Immobilienmakler sprechen müssen. Die heute geltenden Standesregeln könnten um weitere Beispiele erweitert werden. Je mehr konkrete Beispiele in den Standesregeln genannt werden, desto leichter fällt es, schwarz und weiss zu unterscheiden, richtiges und falsches Verhalten voneinander abzugrenzen.

Warum sind Standesregeln Verbandsregeln? 

Vielfach wird angeführt, dass die Standesregeln nicht erforderlich sind, weil ohnehin nur die Hälfte der Immobilienmakler in Deutschland im IVD sind und für die übrigen Immobilienmakler die Standesregeln nicht gelten. Dieses Argument gilt in dieser Form auch für die Ombudsstelle Immobilien. Die Ombudsstelle Immobilien kann derzeit nur Fälle schlichten, in denen Verbraucher sich über ein Mitglied im Immobilienverband IVD beschweren. Böse Stimmen könnten jetzt sagen: „Wer nicht im IVD ist, muss auch den Schiedsspruch der Ombudsstelle nicht fürchten“. Das Gegenteil ist der Fall. Ein Anfang muss gesetzt werden. Sie kennen den Spruch aus Kindertagen: „Einmal ist keinmal – zweimal ist mehr als einmal – sind wir aber erst zu dritt, machen alle anderen mit“. Das gilt für die Standesregeln des Verbandes umso mehr. Je mehr Immobilienmakler sich diesen Regeln unterwerfen, je mehr Immobilienmakler in Deutschland über die Qualität , den Inhalt und die Einhaltung der Standesregeln diskutieren und entscheiden, umso wirkungsvoller werden diese. Das „Beklagen“ des Deckungsgrades der Standesregeln von ca. 50 % in Deutschland führt nicht zu einem besseren Qualitätsstandard.

Auch Sie sind eingeladen, mitzudiskutieren

Eine öffentliche Diskussion aller Immobilienmakler über die Standesregeln des IVD ist sehr Willkommen. Es ist wichtig, dass wir uns als Branche mit den Regeln des fairen Umgangs untereinander befassen. Einige Immobilienmakler sagen mir immer wieder, dass sie nie in einen Verband eintreten würden, weil sie den Sinn des Verbandes nicht erkennen können. Niemand ist gezwungen, in einen Verband einzutreten. An der Tatsache, dass der IVD die Berufsregeln für die Immobilienmakler in Deutschland setzt, kann jedoch niemand vorbei, weil es keine adnere Instanz als den Berufsverband der Immobilienmakler gibt, der diese Regeln setzt. Der Gesetzgeber wird nicht tätig werden. Die Rechtsprechung wird nicht in jedem Fall bemüht und kann auch nur den rechtlichen Teil der Diskussion abdecken. Die Zone zwischen „rechtlich Erlaubtem“ und „ethisch einwandfreiem Verhalten“ lässt sich nur durch Berufsregeln erfassen.

Wer kontrolliert die Einhaltung der Berufsregeln?

Berufsregeln machen nur dann Sinn, wenn die Einhaltung der Regeln kontrolliert werden kann. Dafür ist erforderlich, dass sich ein Immobilienmakler diesen Berufsregeln und den Regeln über die Kontrolle unterwirft. Das geschieht in einem Verband – wie dem IVD – über die Satzung. Ein Blick ins Ausland wirkt manchmal Wunder. In England werden alle Sprüche der Ehrenkommission im Maklerverband NAEA veröffentlicht. Nicht nur, dass teilweise empfindliche Geldstrafen von 10.000,- engl. Pfund und mehr ausgesprochen werden, das Urteil der Verbandsgerichtsbarkeit wird zusätzlich in den Verbandsmedien und in der Tagespresse veröffentlicht.

Die Berufsregeln des IVD werden durch den Bundesvorstand des Verbandes überwacht. Der Bundesvorstand kann Ordnungsmaßnahmen gegen seine Mitglieder verhängen. Diese reichen von der Verwarnung bis zum Ausschluss aus dem Verband. Der Ehrenrat des Verbandes ist die Beschwerdeinstanz nach einer verhängten Ordnungsmaßnahme. Daran wird deutlich, dass die Einhaltung der Standesregeln vom Immobilienverband IVD sehr hoch eingeschätzt wird. Bundesvorstand und Ehrenrat sind von der Mitgliederversammlung des Bundesverbandes gewählte und eingesetzte Organe des Verbandes, die über die Einhaltung der Berufsregeln der Immobilienmakler wachen. Daran zeigt sich, dass der Verband ein großes Interesse an der Einhaltung der Berufsregeln hat.

 

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