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Was sich die Deutschen leisten können

„Ich kann mir einiges leisten“, das sagen im Jahr 2011 wieder mehr Deutsche als im Jahr 2010. Das sind gute Nachrichten für die Immobilienbranche. Immerhin 31 % der Deutschen treffen diese Aussage im Jahr 2011. Nachdem der deutsche Arbeitsmarkt sich im europäischen Vergleich als erstaunlich robust erwiesen hat, präsentiert sich auch die finanzielle Lage der deutschen Verbraucher wieder merklich positiver: Heute sieht knapp jeder dritte Deutsche seine Finanzlage positiv, vor einem Jahr tat dies nur jeder Vierte. Gleichzeitig sank der Anteil jener, die ihre Finanzen als angespannt einstufen. Das zeigt die Studie „Krise? Welche Krise?“ des GfK Vereins.

Aktuell sagen 31 Prozent der Deutschen, dass sie sich einiges leisten können – und 3 Prozent davon verspüren sogar keinerlei finanzielle Einschränkung. Im Herbst 2009 hingegen betrug der Wert der finanziell Gutversorgten nur 25 Prozent. Im Großen und Ganzen zurechtkommen 48 Prozent der Verbraucher, was im Gegenzug einen Rückgang um 3 Prozentpunkte bedeutet. Auch der Anteil jener, die von einer angespannten Lage des eigenen Haushalts sprechen, ging im Vergleich zum Vorjahr um 3 Prozentpunkte auf 21 Prozent zurück. Von diesen 21 Prozent geben allerdings 4 Prozent an, dass das Geld vorne und hinten nicht ausreicht – dieser Wert bleib im Vergleich zum Vorjahr unverändert.

Stärkste Verbesserung im Osten

Regional lassen sich deutliche Unterschiede bei der Verbesserung der finanziellen Lage der Haushalte feststellen: So nahm in den östlichen Bundesländern die Anzahl der Haushalte, die sich einiges leisten können bzw. sich in keinster Wiese einschränken müssen in 2010 um knapp ein Drittel zu (von 22 auf 29 Prozent). Umgekehrt ging im Osten der Anteil derjenigen, die höchstens gerade so über die Runden kommen, von 31 auf 27 Prozent zurück. In den südlichen und westlichen Bundesländern fiel die Verbesserung der finanziellen Situation etwas geringer aus: 29 bzw. 33 Prozent geben an, dass sie sich einiges leisten können. Ein Jahr zuvor waren es 24 bzw. 27 Prozent. Am schwächsten ausgeprägt ist die Verbesserung der finanziellen Lage dagegen in den nördlichen Bundesländern Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen. Dort stieg der Anteil derer, die sich einiges leisten können, von 29 auf 33 Prozent. Im Norden sank auch der Anteil derjenigen, die gerade so über die Runden kommen, kaum (22 Prozent gegenüber 21 Prozent) – während er im Westen und im Süden Deutschlands um jeweils zwei Prozentpunkte zurückging.

„Das sind zwei gute Nachrichten: Die wahrgenommene finanzielle Situation in Deutschland hat sich deutlich verbessert und innerhalb Deutschlands haben sich die Regionen angeglichen“ sagt Raimund Wildner, Geschäftsführer des GfK Vereins.

Ältere Menschen sehen ihre finanzielle Lage wieder positiver

In einigen Gruppen unserer Gesellschaft hat sich die Einschätzung der eigenen finanziellen Situation gegenüber 2009 besonders stark aufgehellt:  Alleinstehende Ältere (von 19 auf 27 Prozent), Rentner der Arbeiterschicht (von 18 auf 25 Prozent) sowie der Verbraucher der mittleren Lebenslage (von 20 auf 26 Prozent) sehen ihre finanzielle Situation deutlich positiver als noch ein Jahr zuvor: Hier gibt inzwischen mehr als jeder Vierte an, gut versorgt zu sein. In den Verbraucherwelten der Jugendlichen und unter den Konsumenten der einfachen Lebenslage dagegen vergrößerte sich die Gruppe derjenigen, die im Großen und Ganzen zurechtkommen (von 48 auf 52 Prozent bzw. von 46 auf 53 Prozent), während hier der Anteil derjenigen, die sich einiges leisten können aktuell zurück gegangen ist (von 17 auf 14 bzw. von 16 auf 10 Prozent). Nochmals zugenommen hat der bereits sehr hohe Anteil derjenigen Konsumenten, die sich vieles leisten können, in den gehobenen Lebenslagen (von 44 auf 53 Prozent) und in der Gruppe der Rentner der Mittelschicht (von 38 auf 43 Prozent).

Quelle: http://www.gfk.com

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Makler-Alleinauftrag – Empfehlungen des Immobilienverbandes IVD

Wer als Eigentümer eine Immobilie verkaufen will, steht regelmäßig vor der Frage, ob er einen oder mehrere Immobilienmakler mit dem Verkauf beauftragen soll. Die Rolle eines zentralen Immobilienmaklers als Ansprechpartner für den Eigentümer und für alle Kaufinteressenten ist das Leitbild des Makleralleinauftrages. Die neue DIN-Norm für Maklerdienstleistungen spricht eine Empfehlung für den Abschluss eines Makleralleinauftrages aus (DIN EN 15733). Die folgenden Bestandteile sollte ein Makleralleinauftrag in dem Fall haben:

Schriftform
Der Immobilienverband IVD empfiehlt jedem Verkäufer einer Immobilie den Abschluss eines schriftlichen Verkaufsauftrages mit dem beauftragten Immobilienmakler. Damit später alle Absprachen zwischen Eigentümer und Kunde belegt und im Zweifel auch bewiesen werden können, sollte jeder Verkäufer auf einen schriftlichen Vertrag bestehen. In dem schriftlichen Vertrag werden die Daten des Eigentümers, des Immobilienmaklers und vor allem des Immobilienobjekts ausführlich festgehalten.

Zentraler Ansprechpartner
Für den Auftraggeber hat der Makleralleinauftrag eine Reihe von Vorteilen. Der wichtigste Grund, der für einen Makleralleinauftrag spricht, ist, dass der Verkauf der Immobilie über einen zentralen Ansprechpartner gesteuert wird. Durch einen Alleinauftrag ist sichergestellt, dass nicht das gleiche Objekt mehrfach und womöglich von unterschiedlichen Maklern und dem Verkäufer selbst zu unterschiedlichen Preisen angeboten wird. Das geschieht in der Regel dann, wenn – wie es bei einfachen Makleraufträgen häufig geschieht – verschiedene Makler parallel beauftragt werden. Parallelangebote machen auf Kaufinteressenten meist einen ungünstigen Eindruck. Zudem besteht die Gefahr, dass der Käufer oder Mieter am Ende mehrmals die volle Provision zahlen muss. Zudem verpflichtet der Makleralleinauftrag den alleinbeauftragten Makler zu vermehrten Dienstleistungen.

Unteraufträge an Kollegen
Vielfach spielt die Vorstellung des Verkäufers oder Vermieters eine wichtige Rolle, wonach mehrere Makler doch einen vielfach schnelleren Erfolg bringen müssten. Deshalb sollte in dem Makleralleinauftrag ausdrücklich geregelt sein, ob der Immobilienmakler das Objekt gemeinschaftlich mit anderen Kollegen bearbeiten und Unteraufträge an diese Kollegen erteilen darf.

Höhe der Provision
Die Höhe der Provision, die der Eigentümer an den Immobilienmakler bei erfolgreicher Durchführung des Auftrages bezahlt, sollte in jedem Fall in dem Vertrag fixiert werden. Das Maklerrecht nimmt auf die sogenannte ortsübliche Provision bezug, wenn keine ausdrückliche Vereinbarung der Provisionshöhe festgelegt ist. Besser ist es, dass Eigentümer und Makler den Prozent-Satz der Maklerprovision vereinbaren.

Zeitpunkt der Zahlung der Provision
In dem Makleralleinauftrag sollte festgelegt werden, wann die Provision zur Zahlung fällig ist. Eine Rechnungslegung durch den Immobilienmakler ist ohnehin unabdingbar. Üblich ist es, dass die Rechnungslegung mit dem Abschluss des Vertrages über die vermittelte Immobilie, also z.B. dem notariell beurkundeten Kaufvertrag, erfolgt. Nach Rechnungslegung sollte ein Zahlungsziel von zum Beispiel zwei Wochen vereinbart werden.

Interessenten des Eigentümers
Der Makleralleinauftrag kann in zwei Varianten abgeschlossen werden: In der einen Variante hat der Eigentümer das Recht, die Immobilie an eigene Interessenten, zum Beispiel aus der Familie zu verkaufen oder zu vermieten, ohne dass dann eine Provision an den Immobilienmakler bezahlt werden muss. In der anderen Variante verpflichtet sich der Eigentümer, alle Interessenten, die sich direkt an ihn wenden auch tatsächlich an den Immobilienmakler weiter zu leiten (sogenannte qualifizierter Alleinauftrag mit einer Verweisungsklausel an den Immobilienmakler). Die letztere Variante wird ein Eigentümer immer dann wählen, wenn er alle Kauf- oder Mietinteressenten einer Vorprüfung durch den Immobilienmakler unterziehen und sichergehen will, dass diese Prüfung stattgefunden hat.

Aufwandsentschädigung
In der Regel enthält ein Makleralleinauftrag eine Aufwandsentschädigungsvereinbarung für den Fall, dass der Verkauf oder die Vermietung nicht erfolgreich verläuft. Die Höhe der Aufwandsentschädigung richtet sich nach dem Preis der Immobilie, der Dauer der Bemühungen des Immobilienmaklers, den Marketingausgaben, die der Makler hatte, zum Beispiel für Anzeigen, Verkaufsschilder, Prospekte, Luftbild, Einholung eines Sachverständigengutachtens.

Höhe des Kaufpreises
In dem Makleralleinauftrag sollte die Höhe des Preises der Immobilie festgeschrieben werden, mit der der Immobilienmakler den Verkaufsprozess startet. Es sollte zugleich festgehalten werden, ob dieser Preis fix ist oder ob der Immobilienmakler einen Spielraum bei den Verhandlungen hat. Es kann auch ein Zeitraum fixiert werden, nach dem die Höhe des ersten Angebotspreises zwischen Eigentümer und Immobilienmakler neu festgelegt wird.

Dauer des Alleinauftrages
Es ist üblich, eine Laufzeit von sechs Monaten für einen Makleralleinauftrag zu vereinbaren. Der Vertrag endet automatisch mit der erfolgreichen Vermittlung der Immobilie durch den Immobilienmakler oder dem tatsächlich erfolgten Verkauf. Sollte die erste Laufzeit nicht ausreichen, kann in den Vertrag eine Klausel für eine automatische Verlängerung des Vertrages um weitere drei Monate aufgenommen werden. Danach beträgt die automatische Verlängerung häufig nur noch einen Monat.

Wichtig: Nachwirken des Vertrages
Ein ausgelaufener oder gekündigter Maklervertrag wirkt nach. Das heißt: Entschließt sich ein Kunde, der über den Makler auf die Immobilie aufmerksam wurde, einige Wochen nach dem Auslaufen der Vereinbarung, das Objekt doch zu erwerben, hat der Makler ein Anrecht auf die festgelegte Provision. Die Gerichte  vertreten die Ansicht, dass sich Verkäufer und Käufer ohne Zutun des Maklers nicht kennen gelernt hätten und nicht ins Geschäft gekommen wären. Für diese Nachwirkungszeit gibt es keine Richtlinie. Sie wird je nach Einzelfall von den Gerichten individuell festgesetzt und kann ein halbes Jahr und länger betragen.

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